Carbon-Accounting-Software berechnet den Treibhausgas-Fußabdruck eines Unternehmens nach Scope 1, 2 und 3 und macht ihn zu einer steuerbaren Kennzahl. Diese Seite erklärt, was die Disziplin leistet, welche Funktionen zählen, was die Praxis lehrt und welche 10 Anbieter dieser Disziplin im Navigator vertreten sind.
Carbon-Accounting-Software ist auf die Klimabilanz spezialisiert. Sie erfasst Aktivitätsdaten wie Energieverbrauch, Kraftstoff und eingekaufte Güter, multipliziert sie mit Emissionsfaktoren und ordnet das Ergebnis den Scopes 1, 2 und 3 zu. Im Unterschied zur breiten Reporting-Software liegt der Fokus klar auf Emissionen und ihrer Reduktion.
Carbon-Accounting-Software löst drei Aufgaben, die mit einer Tabelle kaum zuverlässig zu bewältigen sind.
Sie verbindet Aktivitätsdaten mit hinterlegten Emissionsfaktoren und liefert eine nachvollziehbare Treibhausgasbilanz in CO2-Äquivalenten.
Für die schwer messbare Wertschöpfungskette nutzt sie Schätzmodelle und Branchendaten, damit auch ohne perfekte Lieferantendaten eine belastbare Zahl entsteht.
Sie zeigt die größten Quellen, simuliert Maßnahmen und verfolgt den Fortschritt gegen Reduktionsziele über die Zeit.
Eine vollwertige Lösung deckt sechs Funktionsbereiche ab.
Verbrauchs-, Reise- und Einkaufsdaten werden über Schnittstellen oder Uploads gesammelt.
Eine gepflegte Datenbank an Faktoren ordnet jeder Aktivität die passende Emissionsmenge zu.
Jede Emission wird automatisch Scope 1, 2 oder 3 und der jeweiligen Kategorie zugewiesen.
Funktionen zur Datenabfrage bei Lieferanten verbessern die Qualität der Scope-3-Bilanz.
Reduktionspfade lassen sich modellieren und mit wissenschaftsbasierten Zielen abgleichen.
Die Bilanz wird für Berichte, Audits und CSRD-Angaben aufbereitet exportiert.
Die Erfahrung aus Bilanzierungsprojekten zeigt wiederkehrende Muster.
Bei den meisten Unternehmen liegen 70 bis 90 Prozent der Emissionen in Scope 3. Wer dort nur grob schätzt, kennt seinen Fußabdruck kaum.
Faktoren werden regelmäßig aktualisiert. Eine Lösung, die ihre Datenbank pflegt, erspart stille Fehler in Folgejahren.
Primärdaten von Lieferanten sind aufwendig. Sinnvoll ist die Tiefe dort, wo die größten Emissionen liegen, nicht überall gleich.
Eine Zahl allein senkt nichts. Erst die abgeleiteten Maßnahmen und ihre Verfolgung machen aus der Bilanz einen Nutzen.
10 Anbieter aus dem Navigator haben ihren Schwerpunkt im Carbon Accounting. Die Übersicht ordnet sie nach Fokus und typischer Eignung.
| Anbieter | Schwerpunkt | Typische Eignung |
|---|---|---|
| Measurabl | Emissionsdaten für Immobilien | Immobilienwirtschaft |
| Normative | Wissenschaftsbasiertes Carbon Accounting | Mittlere bis große Unternehmen |
| Persefoni | Prüffähige Treibhausgasbilanz | Größere Unternehmen, Finanzsektor |
| Plan A | Carbon Accounting plus Dekarbonisierung | Mittelstand bis Großunternehmen |
| Greenly | Carbon Accounting, einfacher Einstieg | Kleine und mittlere Unternehmen |
| Cozero | CO2-Bilanz und Dekarbonisierungsplanung | Mittelstand, DACH-Raum |
| Tanso | Carbon Accounting und CSRD für Industrie | Produzierende Unternehmen |
| ClimatePartner | CO2-Bilanz plus Klimaschutzmaßnahmen | Marken- und Konsumgüterunternehmen |
| EnergyCAP | Energie- und Verbrauchsdatenmanagement | Energieintensive Betriebe und Liegenschaften |
| Carbonhound | Geführte Emissionsmessung | Kleinere Unternehmen |
Diese fünf Kriterien helfen, im Carbon-Segment die passende Lösung zu finden.
Folgt die Software anerkannten Methoden wie dem Greenhouse Gas Protocol und pflegt sie ihre Emissionsfaktoren?
Wie gut bildet die Lösung die für Sie wesentlichen Scope-3-Kategorien ab?
Lassen sich Energie-, Reise- und Einkaufsdaten automatisiert anbinden?
Sind die Berechnungen hinterlegt und nachvollziehbar, sodass ein Prüfer ihnen folgen kann?
Eine Lösung für die Immobilienwirtschaft hat andere Stärken als eine für die Industrie. Die Passung zur Branche zählt.
Die Übersicht zeigt das Feld. Welche der 10 Lösungen zu Ihrem Unternehmen passt, hängt von Branche, Datenlage und Reifegrad ab.
Sie kennen jetzt die Disziplin Carbon Accounting. Den passenden Anbieter finden Sie am schnellsten über das Matching. Es vergleicht Ihr Unternehmensprofil mit dem Markt und liefert eine fundierte Empfehlung.
