Disziplin: Reporting

ESG-Reporting-Software: Berichte, die der Prüfung standhalten

ESG-Reporting-Software sammelt Nachhaltigkeitsdaten aus dem ganzen Unternehmen und formt daraus prüffähige Berichte nach Rahmenwerken wie ESRS, GRI oder TCFD. Diese Seite erklärt, was die Disziplin leistet, welche Funktionen zählen, was die Praxis lehrt und welche 13 Anbieter dieser Disziplin im Navigator vertreten sind.

Kurz erklärt

ESG-Reporting-Software ist auf einen Zweck ausgerichtet: aus verstreuten Daten einen vollständigen, konsistenten und prüfbaren Nachhaltigkeitsbericht zu erzeugen. Sie bringt Vorlagen für die gängigen Standards mit, führt durch den Berichtsprozess und dokumentiert die Herkunft jeder Zahl. Damit ist sie das Werkzeug der Wahl, wenn die Offenlegung im Mittelpunkt steht, etwa für einen CSRD-Bericht.

Grundlagen

Was ESG-Reporting-Software leistet

Reporting-Software ist mehr als ein Texteditor für den Nachhaltigkeitsbericht. Drei Leistungen machen ihren Kern aus.

01

Daten zusammenführen

Sie holt Kennzahlen aus vielen Quellen an einen Ort: Energie, Personal, Lieferkette, Finanzsysteme. Aus Insellösungen wird eine konsistente Datenbasis.

02

Standards abbilden

Sie kennt die Struktur von ESRS, GRI, TCFD und weiteren Rahmenwerken und ordnet die Daten den geforderten Datenpunkten zu, ohne dass jede Vorgabe von Hand nachgebaut wird.

03

Prüfbarkeit sichern

Sie protokolliert, woher jede Angabe stammt und wer sie geändert hat. Dieser Audit-Trail ist die Voraussetzung dafür, dass ein Bericht extern testiert werden kann.

Funktionen

Kernfunktionen einer Reporting-Lösung

Im Detail deckt eine vollwertige Reporting-Lösung sechs Funktionsbereiche ab.

01

Datenimport

Schnittstellen und Importwege bringen Verbrauchs-, HR- und Finanzdaten automatisiert ins System.

02

Wesentlichkeitsanalyse

Werkzeuge zur doppelten Wesentlichkeit grenzen ein, welche Themen überhaupt berichtet werden müssen.

03

Kennzahlen-Mapping

Datenpunkte werden den Vorgaben der Standards zugeordnet, oft mit Plausibilitätsprüfungen.

04

Berichtserstellung

Aus den Daten entsteht der formatierte Bericht, inklusive der digital maschinenlesbaren Auszeichnung.

05

Kollaboration

Mehrere Abteilungen arbeiten mit Rollen, Fristen und Freigaben am selben Bericht.

06

Prüfungsunterstützung

Belege, Kommentare und Versionsstände werden so abgelegt, dass der Wirtschaftsprüfer sie direkt nachvollziehen kann.

Aus der Praxis

Praxis-Insights aus Einführungsprojekten

Aus echten Einführungsprojekten lassen sich einige Muster ablesen, die in keiner Produktbroschüre stehen.

Insight 01

Der Engpass sind die Daten, nicht die Software

Die meiste Zeit kostet nicht das Tool, sondern das Beschaffen und Bereinigen der Daten. Wer früh mit der Datensammlung beginnt, gewinnt den größten Hebel.

Insight 02

Lieferkettendaten brauchen Vorlauf

Scope-3- und Lieferantendaten kommen von Dritten und damit langsam. Diese Anfragen gehören an den Anfang des Projekts, nicht ans Ende.

Insight 03

Der erste Bericht ist nie perfekt

Belastbare Schätzungen mit dokumentierter Methode sind mehr wert als das Warten auf perfekte Daten. Qualität wächst über die Berichtszyklen.

Insight 04

Den Prüfer früh einbinden

Wer die Anforderungen der Prüfung erst am Ende klärt, baut nach. Eine frühe Abstimmung zur erwarteten Nachweistiefe spart eine ganze Schleife.

Insight 05

Eine Quelle der Wahrheit je Kennzahl

Wenn dieselbe Zahl in Tabelle, Tool und Bericht abweicht, verliert der Bericht an Vertrauen. Legen Sie früh fest, welches System je Kennzahl die führende Quelle ist.

Insight 06

Die Wesentlichkeitsanalyse steuert den Aufwand

Der Bericht umfasst nur die wesentlichen Themen. Eine saubere doppelte Wesentlichkeit verhindert, dass Sie Daten zu Themen sammeln, die gar nicht berichtet werden müssen.

Insight 07

Verantwortlichkeiten schlagen Funktionsumfang

Ein Tool mit klaren Zuständigkeiten je Datenpunkt schlägt ein funktionsreiches Tool ohne Rollen. Klären Sie, wer liefert, wer prüft und wer freigibt.

Insight 08

Der zweite Zyklus zeigt den wahren Wert

Im ersten Jahr wirkt jede Software wie Mehraufwand. Der Nutzen zeigt sich im zweiten Zyklus, wenn Vorjahreswerte, Vorlagen und Datenwege bereits stehen.

Anbietervergleich

Die 13 Reporting-Anbieter im Vergleich

13 Anbieter aus dem Navigator haben ihren Schwerpunkt im Reporting. Die Übersicht ordnet sie nach Fokus und typischer Eignung. Sie ersetzt keine Einzelprüfung, gibt aber eine erste Orientierung.

AnbieterSchwerpunktTypische Eignung
WorkivaBerichtsprozess, Kontrollen, Audit-TrailGrößere, regulierte Unternehmen
IBM EnviziESG-Datenkonsolidierung und ReportingMittlere bis große Unternehmen
Nasdaq MetrioDatenerfassung und Stakeholder-ReportingBörsennahe Unternehmen
UL SolutionsESG-DatenmanagementIndustrie und größere Betriebe
NovataESG-Daten für Private MarketsBeteiligungen und Portfoliofirmen
FigBytesDaten, Strategie und Reporting verbundenMittelstand bis Großunternehmen
GreenstoneESG- und CO2-Berichte nach RahmenwerkenInternational tätige Unternehmen
Position GreenReporting mit ergänzender BeratungEuropäischer Mittelstand und Konzerne
EnvoriaCSRD- und ESRS-BerichterstattungMittelstand, DACH-Raum
NovistoESG-Datenmanagement und ReportingMittlere bis große Unternehmen
DaatoCSRD-Reporting, Wesentlichkeit, KennzahlenMittelstand, DACH-Raum
leadityGeführter CSRD-BerichtsprozessMittelstand, DACH-Raum
BrightestReporting, Daten, ProgrammsteuerungMittlere Unternehmen
Weitere etablierte Anbieter am Reporting-Markt
AnbieterSchwerpunktTypische Eignung
WatershedEmissions- und Klimadaten, breite KonzernnutzungGrößere internationale Unternehmen
SweepESG- und Emissionsdaten mit CSRD-ModulMittlere bis große Unternehmen
WorldfavorNachhaltigkeitsdaten und Reporting, EuropaMittelstand und Konzerne
GreenomyCSRD- und EU-Taxonomie-ReportingBanken, Fonds und Mittelstand
ApidayGeführtes CSRD- und ESG-ReportingMittelstand, Europa
CoolsetCSRD-Reporting für den MittelstandKleinere und mittlere Unternehmen
Microsoft Sustainability ManagerNachhaltigkeitsdaten in der Microsoft-CloudMicrosoft-Anwender
Salesforce Net Zero CloudESG- und Emissions-Reporting in SalesforceSalesforce-Anwender
DiginexESG-Reporting-SaaS nach mehreren RahmenwerkenMittelständische und internationale Unternehmen

Die obere Gruppe umfasst die 13 Reporting-Anbieter aus dem ESG-Software-Navigator, die im KI-Matching von find-your-esg.de berücksichtigt werden. Die zweite Gruppe nennt weitere am Markt verbreitete Lösungen zur Orientierung.

Auswahl

Fünf Kriterien für die Auswahl

Diese fünf Kriterien trennen im Reporting-Segment die passende Lösung von der bloß bekannten.

01

Standardabdeckung

Deckt die Software die für Sie relevanten Rahmenwerke ab, allen voran die ESRS, und wird sie bei Änderungen gepflegt?

02

Datenintegration

Wie leicht lassen sich Ihre Quellsysteme anbinden? Manuelle Importe sind auf Dauer eine Fehlerquelle.

03

Prüffähigkeit

Bietet das System einen lückenlosen Audit-Trail und eine Ablage, mit der ein Prüfer direkt arbeiten kann?

04

Bedienbarkeit für Fachabteilungen

Den Bericht füllen viele Hände. Die Oberfläche muss auch für Nicht-Spezialisten verständlich sein.

05

Aufwand und Kosten

Lizenz, Einführung und Pflege ergeben die Gesamtkosten. Sie sollten zur Unternehmensgröße passen.

Anbieterporträts

Sechs Reporting-Lösungen im Porträt

Die Tabelle ordnet das Feld nach Schwerpunkt. Die folgenden Kurzporträts gehen einen Schritt tiefer und zeigen, wofür einzelne Lösungen besonders häufig gewählt werden. Sie ersetzen keine eigene Prüfung, geben aber eine erste Einordnung.

Reporting & Kontrollen

Workiva

Verbindet den Berichtstext direkt mit den zugrunde liegenden Zahlen und einem Kontroll- und Freigabe-Workflow. Eine starke Wahl, wenn Finanz- und Nachhaltigkeitsberichterstattung zusammenwachsen und ein belastbarer Prüfpfad gefragt ist.

Reporting & Beratung

Position Green

Kombiniert eine Reporting-Plattform mit fachlicher Beratung, mit klarem Schwerpunkt auf Europa und den ESRS. Passend für Unternehmen, die im ersten CSRD-Zyklus neben dem Werkzeug auch Begleitung suchen.

CSRD & ESRS

Envoria

Auf die europäische Berichterstattung zugeschnitten, mit Vorlagen entlang der ESRS-Datenpunkte und deutschsprachiger Oberfläche. Eine Option für den Mittelstand im DACH-Raum.

Wesentlichkeit & Kennzahlen

Daato

Verbindet Wesentlichkeitsanalyse, Datenerfassung und Kennzahlen in einem Werkzeug. Geeignet für Unternehmen, die den Weg von der doppelten Wesentlichkeit bis zur einzelnen Zahl in einem System abbilden wollen.

Reporting & CO2

Greenstone

Etablierte Lösung für ESG- und CO2-Berichte nach den gängigen Rahmenwerken, mit langer Marktpräsenz. Passend für international tätige Unternehmen mit mehreren Standorten und Adressaten.

Datenmanagement

Novisto

Legt den Schwerpunkt auf ein strukturiertes ESG-Datenmanagement als Basis für mehrere Berichtsformate. Geeignet für mittlere bis große Unternehmen, die einmal erfasste Daten mehrfach nutzen wollen.

Auswahl in der Praxis

Praxis-Tipps für die Auswahl

Die Kriterien sagen, worauf es ankommt. Diese Tipps sagen, wie Sie im Auswahlprozess konkret vorgehen, damit am Ende nicht die bekannteste, sondern die passende Lösung im Einsatz ist.

01

Vom Bericht her denken, nicht vom Tool

Klären Sie zuerst, welchen Bericht Sie in welchem Standard abgeben müssen. Die Software ist Mittel zum Zweck. Eine Funktionsliste ohne konkretes Berichtsziel führt fast immer zu einem zu großen oder zu kleinen Werkzeug.

02

Eine echte Testdatenmenge mitbringen

Lassen Sie Anbieter die Demo nicht mit deren Musterdaten zeigen, sondern mit einem echten Ausschnitt Ihrer Daten. Erst dann sehen Sie, wie das Tool mit Ihren Einheiten, Lücken und Sonderfällen umgeht.

03

Den Prüfer in die Auswahl einbeziehen

Fragen Sie früh, welche Nachweistiefe Ihre Wirtschaftsprüfung erwartet. Ein Tool, dessen Audit-Trail die Prüfung nicht überzeugt, verursacht im Folgejahr Nacharbeit.

04

Importwege vor Funktionsumfang prüfen

Die meiste Arbeit ist Datenbeschaffung. Prüfen Sie, wie Daten aus ERP, Energieabrechnungen und Lieferantenportalen in das Tool gelangen. Ein schöner Bericht nützt wenig, wenn die Daten nur manuell hineinkommen.

05

Den zweiten Zyklus mitkalkulieren

Rechnen Sie nicht nur die Ersteinrichtung, sondern auch den laufenden Betrieb. Wie viel Aufwand kostet der Bericht im zweiten und dritten Jahr? Genau dort entscheidet sich der wirtschaftliche Nutzen.

06

Vertrag und Ausstieg klären

Klären Sie vor der Unterschrift, wie Sie Ihre Daten wieder herausbekommen und welche Standards künftig ergänzt werden. ESG-Vorgaben ändern sich, das Tool sollte mitwachsen können.

Fehler vermeiden

Typische Fehler bei der Auswahl

Die meisten missglückten Software-Einführungen scheitern nicht an der Technik, sondern an vermeidbaren Entscheidungen im Vorfeld. Diese sechs Muster tauchen besonders häufig auf.

01

Die bekannte Marke wählen

Ein großer Name ist kein Beleg für Eignung. Eine umfassende Konzernplattform kann im Mittelstand überdimensioniert sein und Aufwand erzeugen, der nie genutzt wird.

02

Erst Tool, dann Prozess

Wer die Software vor dem Berichtsprozess festlegt, presst die eigene Organisation in fremde Abläufe. Sinnvoll ist die umgekehrte Reihenfolge: erst der Prozess, dann das Werkzeug.

03

Die Datenarbeit unterschätzen

Das Sammeln und Prüfen der Daten ist der eigentliche Aufwand. Wer nur das Tool-Budget plant und die Personenzeit vergisst, gerät schnell unter Druck.

04

Zu viele Standards auf einmal

Nicht jedes Unternehmen muss nach ESRS, GRI und TCFD zugleich berichten. Der Versuch, alles abzudecken, bläht das Projekt unnötig auf.

05

Die IT zu spät einbinden

Datenanbindung, Rechte und Datenschutz brauchen die IT. Wird sie erst nach Vertragsschluss informiert, verzögert sich der Start spürbar.

06

Kein Plan für die Pflege

Eine Software ohne klare Zuständigkeit veraltet. Ohne benannte Personen für Datenpflege und Freigaben verliert auch das beste Tool an Wert.

Auswahl starten

Vom Überblick zur passenden Reporting-Lösung

Die Übersicht zeigt das Feld. Welche der 13 Lösungen zu Ihrem Unternehmen passt, hängt von Größe, Branche und Datenlage ab.

Unser KI-Matching vergleicht Ihr Profil in wenigen Minuten mit dem Markt und schlägt die passenden Reporting-Lösungen vor.
Fragen und Antworten

Häufige Fragen zu ESG-Reporting-Software

Software, die Nachhaltigkeitsdaten sammelt und daraus prüffähige Berichte nach Standards wie ESRS, GRI oder TCFD erstellt. Der Schwerpunkt liegt auf Offenlegung und Berichtsprozess.
Üblich sind die europäischen ESRS, die internationalen GRI-Standards, die Klimaempfehlungen TCFD sowie der deutsche DNK. Welche davon nötig sind, hängt von Berichtspflicht und Adressaten ab.
Carbon-Accounting-Software deckt nur die Emissionen ab. Wer einen vollständigen Nachhaltigkeitsbericht mit sozialen und Governance-Angaben braucht, benötigt Reporting-Software.
Je nach Unternehmensgröße einige Wochen bis mehrere Monate. Den größten Teil der Zeit beansprucht nicht die Software, sondern das Sammeln und Prüfen der Daten.
Für CSRD-pflichtige Unternehmen ja, mit begrenzter Sicherheit. Reporting-Software unterstützt das mit Audit-Trail und einer prüfungsfreundlichen Ablage.
Die Spanne ist groß und reicht von niedrigen vierstelligen Jahresbeträgen für schlanke Tools bis zu fünfstelligen Beträgen für umfassende Plattformen.
GRC-Plattformen steuern Risiken und Kontrollen breit über das Unternehmen. Reporting-Software ist auf die Erstellung des Nachhaltigkeitsberichts spezialisiert. Bei großem Reporting-Bedarf ist die spezialisierte Lösung meist passender.
Für einen ersten, kleinen Bericht ist das möglich. Sobald mehrere Personen, mehrere Standorte und eine externe Prüfung hinzukommen, fehlen Excel der Audit-Trail und die Versionssicherheit.
Für CSRD-pflichtige Unternehmen ist sie zentral. Achten Sie darauf, ob die Software die ESRS-Datenpunkte strukturiert abbildet und Aktualisierungen der Standards nachzieht.
Viele Reporting-Tools enthalten ein Modul für die doppelte Wesentlichkeit. Ist es nicht vorhanden, sollte das Ergebnis einer separaten Analyse sauber in das Tool übernommen werden können.
Achten Sie auf Mandanten- oder Standortstrukturen, auf Rollen und Rechte sowie auf eine Konsolidierungsfunktion. Konzernberichte scheitern oft an unklaren Zuständigkeiten zwischen den Einheiten.
Jetzt starten

Die passende Reporting-Software finden

Sie kennen jetzt die Disziplin Reporting. Den passenden Anbieter finden Sie am schnellsten über das Matching. Es vergleicht Ihr Unternehmensprofil mit dem Markt und liefert eine fundierte Empfehlung.

Ohne Registrierung. In wenigen Minuten zur Empfehlung.