ESG-Software für Maschinenbau ist eine spezialisierte Software-Kategorie, die CSRD-Berichtspflichten, das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG), CBAM-Meldungen für importierten Stahl und Aluminium sowie Scope-1-, Scope-2- und vor allem Scope-3-Emissionen entlang mehrstufiger Zulieferketten aus Gießereien, Schmieden, Hydraulik- und Elektronikherstellern in einer Datenbasis bündelt. Sie richtet sich an die laut VDMA rund 3.500 vorrangig mittelständischen Mitgliedsunternehmen des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus (VDMA, 2026), deren Kunden, Banken und Ausschreibungen zunehmend belastbare Nachhaltigkeitsnachweise verlangen.
Anders als in vielen anderen Branchen entstehen die klimarelevantesten Emissionen im Maschinenbau meist nicht im eigenen Werk, sondern in der jahrzehntelangen Nutzungsphase der verkauften Maschinen und Anlagen: Laut CDP entfallen bei Herstellern von Investitionsgütern rund 91 Prozent der Scope-3-Emissionen und rund 90 Prozent der gesamten Scope-1-bis-3-Bilanz auf Kategorie 11, die Nutzung verkaufter Produkte (CDP, Technical Note Scope 3 Relevance by Sector, Version 4.0, 2026). Wer als Maschinenbauer ESG-Software auswählt, muss deshalb ebenso die Energieeffizienz der eigenen Produkte im Feld abbilden können wie die eigene Lieferkette bis zum Vormaterial.
Anders als in vielen Branchen kommt der Druck im Maschinenbau nicht über ein einziges Datenökosystem, sondern über eine Kombination aus mehrstufigen Lieferketten, importiertem Metall-Vormaterial und einer Produktnutzungsphase, die oft Jahrzehnte dauert.
Kunden und OEMs geben ihre eigene LkSG-Sorgfaltspflicht zunehmend an Zulieferer weiter, auch wenn diese selbst unter der Schwelle von 1.000 Mitarbeitenden liegen. Für Maschinenbauer mit Vorprodukten aus Gießereien, Schmieden, Hydraulik- und Elektronikfertigung bedeutet das eine Risikokartierung über mehrere Zulieferstufen hinweg, weil Risiken oft erst bei Tier-2- oder Tier-3-Lieferanten auftreten. Das Gesetz bleibt 2026 in Kraft, wurde aber bei Berichtspflichten gelockert (Quelle: TAW, 2026).
Seit dem 1. Januar 2026 läuft die CBAM-Regelphase: Wer mehr als 50 Tonnen Eisen, Stahl, Aluminium oder Zement pro Jahr importiert, braucht den Status als zugelassener CBAM-Anmelder, die erste Erklärung ist bis 30. September 2027 fällig (Quelle: DEHSt, 2026; Rödl und Partner, 2026). Da Stahl- und Aluminiumguss einen wesentlichen Teil des Materialeinkaufs vieler Maschinenbauer ausmachen, betrifft das die Branche unmittelbar.
Bei Investitionsgüterherstellern entfallen laut CDP rund 91 Prozent der Scope-3-Emissionen auf die Nutzungsphase verkaufter Produkte, nur 5,7 Prozent auf eingekaufte Vorprodukte (Quelle: CDP, Technical Note Scope 3 Relevance by Sector, 2026). Wer die CO2-Bilanz seiner Maschinen nur auf der Beschaffungsseite betrachtet, verfehlt damit den größten Hebel. Energiedaten aus dem Feld werden so zum zentralen Baustein der Softwareauswahl.
Seit der EU-Richtlinie 2026/470 (Omnibus I), in Kraft seit 18. März 2026, sind erst Unternehmen ab 1.000 Mitarbeitenden und 450 Millionen Euro Umsatz CSRD-pflichtig, in Deutschland rund 3.900 branchenübergreifend (Quelle: BT-Drs. 21/1857, 2026). Der typische mittelständische Maschinenbauer fällt heraus, beantwortet aber über den VSME-Standard weiterhin Anfragen berichtspflichtiger Kunden (Quelle: MI Bochum, 2026).
Für Hersteller energieeffizienter Antriebe, Wärmepumpenkomponenten oder Recyclinganlagen kann die EU-Taxonomie zum Vorteil werden: Wer Umsätze als klimazielkonform ausweisen kann, verbessert häufig die Konditionen bei Bankfinanzierungen. Berichtspflichtige Kunden fragen taxonomiekonforme Kennzahlen zudem regelmäßig bei Zulieferern ab, auch wenn diese selbst nicht CSRD-pflichtig sind.
Der VDMA bündelt Nachhaltigkeitsarbeit im Maschinenbau seit Jahren in der Initiative Blue Competence, die auf zwölf Nachhaltigkeitsleitsätzen zu Strategie, Prozessen, Ressourcenschonung und Transparenz basiert (Quelle: VDMA, Blue Competence, 2026). Für einzelne Unternehmen ersetzt die Initiative keine eigene ESG-Software, zeigt aber, wie stark Nachhaltigkeit inzwischen als Wettbewerbsfaktor der Branche gilt.
Sechs funktionale Anforderungen entscheiden im Maschinenbau typischerweise über die Passung einer ESG-Software, unabhängig vom gewählten Anbieter.
Gute ESG-Software bildet Scope 3 nicht nur auf der Einkaufsseite ab, sondern auch die Nutzungsphase verkaufter Maschinen, die laut CDP rund 91 Prozent der Scope-3-Emissionen von Investitionsgüterherstellern ausmacht (CDP, 2026). Dafür braucht es Schnittstellen zu Felddaten wie Betriebsstunden und Energieverbrauch aus Maschinensteuerungen, nicht nur zu Einkaufsdaten aus dem ERP.
Ein PCF je Maschinentyp oder Anlage lässt sich nur automatisieren, wenn die Software Stücklisten aus PLM oder ERP direkt mit Emissionsfaktoren für Metalle, Elektronik und Kaufteile verknüpft. Ohne diese Anbindung bleibt der PCF eine manuelle Einzelrechnung, die bei jeder Variante neu beginnt.
Weil Risiken oft erst bei Tier-2- oder Tier-3-Lieferanten wie Gießereien oder Hydraulikherstellern auftreten, muss die Software Lieferketten über mehrere Stufen kartieren und nicht nur direkte Vertragspartner erfassen. Das wird mit der EU-CSDDD ab 2027 für größere Unternehmen noch relevanter.
Für Maschinenbauer mit Vormaterial-Importen aus Nicht-EU-Ländern sollte die Software CBAM-Mengen und eingebettete Emissionen je Warengruppe erfassen und für die Erklärung gegenüber der DEHSt aufbereiten, statt diese Daten separat in Zolltools zu pflegen.
Ohne saubere Schnittstellen zu ERP, PLM und MES bleibt jede ESG-Software auf manuell gepflegte Excel-Tabellen angewiesen. Das ERP liefert Einkaufsdaten, das PLM Stücklisten und Konstruktionsdaten, das MES Maschinenlaufzeiten und Energieverbräuche im eigenen Werk.
Viele Maschinenbauer sind mittelständische Gruppen mit mehreren Werken, Tochtergesellschaften und Auslandsstandorten. Die Software sollte konsolidierte Berichte auf Konzernebene ebenso ermöglichen wie separate Auswertungen je Werk oder Landesgesellschaft, ohne Daten mehrfach zu erfassen.
Sechs Regelwerke bestimmen 2026 den Rahmen für ESG-Software im Maschinenbau, mit unterschiedlichen Schwellenwerten und Fristen.
Gilt seit 2024 für deutsche Unternehmen ab 1.000 Mitarbeitenden, verpflichtet zu Risikoanalyse, Prävention und jährlicher Erklärung. 2026 bei Berichtspflichten gelockert, im Kern aber aktiv (Quelle: TAW, 2026). Die EU-CSDDD ergänzt ab 2027 für Unternehmen ab 5.000 Mitarbeitenden, mit stufenweiser Ausweitung bis 2029.
Seit 1. Januar 2026 in der Regelphase. Ab 50 Tonnen CBAM-Waren pro Jahr ist der Status als zugelassener Anmelder nötig, die erste Erklärung für 2026 ist bis 30. September 2027 fällig, Zertifikate werden ab Februar 2027 verkauft (Quelle: DEHSt, 2026; Rödl und Partner, 2026).
Seit der EU-Richtlinie 2026/470, in Kraft seit 18. März 2026, gilt die Pflicht erst ab 1.000 Mitarbeitenden und 450 Millionen Euro Umsatz. In Deutschland betrifft das branchenübergreifend rund 3.900 Unternehmen (Quelle: BT-Drs. 21/1857, 2026), deutlich weniger als vor der Reform.
Freiwilliger EU-Berichtsstandard für kleine und mittlere Unternehmen. Der mit Omnibus I eingeführte Value-Chain-Cap begrenzt, welche Daten große Kunden von mittelständischen Zulieferern verlangen dürfen (Quelle: MI Bochum, 2026), und schafft so einen praktikablen Standardweg für Kundenanfragen.
Klassifiziert wirtschaftliche Aktivitäten nach ihrem Beitrag zu den EU-Klimazielen. Für berichtspflichtige Unternehmen verpflichtend im Rahmen der CSRD, für nicht berichtspflichtige Zulieferer relevant, sobald Banken oder Kunden taxonomiekonforme Kennzahlen anfragen.
Ab 7,5 Gigawattstunden Jahresenergieverbrauch im Schnitt der letzten drei Jahre ist ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach ISO 50001 oder EMAS Pflicht, umzusetzen innerhalb von 20 Monaten; ab 2,5 Gigawattstunden reicht ein veröffentlichter Umsetzungsplan (Quelle: Vattenfall, 2026).
ESG-Software kostet 2026 je nach Unternehmensgröße und Berichtspflicht zwischen 490 und 250.000 Euro Jahreslizenz, Median über sechs unabhängige Preisquellen (Quelle: Find-Your-ESG-Marktanalyse, Stand August 2026).
| Größenklasse | Jahreslizenz | Typische Merkmale |
|---|---|---|
| Kleine Zulieferer bis 50 Mitarbeitende |
490 € – 3.500 € Median rund 1.800 € |
Meist ohne CSRD-Pflicht, Fokus auf VSME-Bericht und einzelne Kundenanfragen, häufig ohne eigene PLM-Integration. Das kostenlose ecocockpit ist hier oft der Einstieg. |
| Mittelständische Maschinenbauer 50 bis 250 Mitarbeitende |
3.500 € – 12.000 € Median rund 6.500 € |
Meist mehrere OEM-Kunden mit eigenen Anfragen, erste LkSG-Anfragen von Großkunden, Bedarf an ERP-Anbindung für Scope-3-Daten. |
| Größere Anlagenbaukonzerne 250 bis 1.000 Mitarbeitende |
12.000 € – 60.000 € Median rund 25.000 € |
Mehrere Werke oder Landesgesellschaften, häufig eigene CBAM-Betroffenheit, PCF-Berechnung für mehrere Produktlinien parallel. |
| CSRD-pflichtige Konzerne über 1.000 Mitarbeitende |
60.000 € – 250.000 € | Volle ESRS-Berichtspflicht, Wirtschaftsprüfer-Testat, konsolidierte Konzernberichte über mehrere Tochtergesellschaften und Länder. |
Hinzu kommen einmalige Implementierungskosten, die je nach ERP-, PLM- und MES-Anbindung stark variieren. Eine individuelle Schätzung liefert der TCO-Rechner, ein vollständiger Marktüberblick steht unter ESG-Software Kosten 2026.
Ein strukturierter Auswahlprozess dauert im Maschinenbau typischerweise vier bis acht Wochen bis zur Shortlist.
Sammeln Sie alle konkreten Anlässe: LkSG-Anfragen von Kunden, CBAM-Betroffenheit bei Stahl- und Aluminiumeinkauf, CSRD-Status nach Omnibus I, EnEfG-Schwellen und Ausschreibungskriterien.
Prüfen Sie, welche Daten ERP, PLM, MES, Einkauf und Energiemonitoring heute liefern können, und kartieren Sie die eigene mehrstufige Lieferkette aus Gießereien, Schmieden, Hydraulik- und Elektronikzulieferern.
Vergleichen Sie Systeme mit nachweisbarer Stärke bei Scope-3-Bilanzierung über den Produktlebenszyklus, LkSG-Lieferkettenmapping und CBAM-Unterstützung statt nach allgemeiner Markenbekanntheit.
Das Find-Your-ESG Matching gleicht Ihr Anforderungsprofil in rund 6 Minuten mit über 120 Systemen ab, neutral und ohne Ranking. Ergebnis ist eine begründete Shortlist mit Fokus auf Ihre Werksstruktur.
Lassen Sie zwei bis drei Anbieter einen Product Carbon Footprint für ein reales Schlüsselprodukt und eine Lieferkettenkartierung für einen echten Tier-2-Zulieferer durchrechnen, nicht nur Folien zeigen.
Beginnen Sie mit einem Werk oder einer Produktfamilie, definieren Sie Verantwortlichkeiten für Datenqualität und skalieren Sie danach auf weitere Standorte und Tochtergesellschaften.
Alphabetische Auswahl, keine Empfehlung und kein Ranking. Eine vollständige, laufend aktualisierte Übersicht über Lieferketten-ESG-Anbieter bietet die Seite Lieferketten-ESG-Software.
Environmental Intelligence System für Product Carbon Footprint und Scope 3 auf Transaktionsebene, Berlin.
Carbon-Management-Plattform für Industrie und Logistik, Berlin, gegründet 2020.
Kostenloses CO2-Bilanzierungstool der Effizienz-Agentur NRW, geeignet als Einstieg für kleinere Zulieferer.
Plattform für Lieferketten-ESG und Supply-Chain-Due-Diligence, München, über 600 Kunden.
ESG-Compliance-Hub für CSRD, LkSG und Lieferkette, über 2.500 Kunden weltweit, Mannheim.
KI-gestützte Supply-Chain-Risikoplattform mit Fokus auf mehrstufige Lieferketten, Wien.
Cloud-Plattform für Lieferkettentransparenz und Scope 3, Köln, Spin-off des Wuppertal Instituts.
Software für CO2-Bilanzierung, CBAM und ESG-Reporting im produzierenden Mittelstand, München.
Für die verwandte, breiter gefasste Fertigungsbranche siehe auch ESG-Software für Fertigungsunternehmen und, für Zulieferer mit Automotive-Kunden, ESG-Software für Automotive.
Stand dieser Seite: 19. August 2026. Jede Zahl trägt ihre Quelle mit Jahr direkt am Wert. Werte ohne öffentliche Quelle sind ausdrücklich als Einschätzung von Find Your ESG gekennzeichnet. Die Anbieterliste ist alphabetisch, enthält keine bezahlten Platzierungen. Rechtsangaben geben den Stand August 2026 wieder und ersetzen keine Rechtsberatung; die Kostenspannen ersetzen kein individuelles Angebot.
Elf Antworten zu Anbietern, Regulatorik und Kosten, jede für sich verständlich.
Für Maschinenbau- und Anlagenbauunternehmen eignet sich ESG- und Carbon-Management-Software, die Scope-3-Emissionen sowohl auf der Beschaffungsseite bei Stahl, Guss, Hydraulik und Elektronik als auch in der Nutzungsphase der verkauften Maschinen abbildet, mehrstufige Lieferketten für das LkSG kartiert und CBAM-Meldungen für importiertes Vormaterial unterstützt. Branchenrelevante Anbieter sind unter anderem carbmee, Cozero, IntegrityNext, osapiens, Prewave, sustainabill und Tanso, für kleinere Zulieferer auch das kostenlose ecocockpit der Effizienz-Agentur NRW. Entscheidend ist weniger der Markenname als die Passung zur eigenen Lieferkettentiefe, Werksstruktur und den Anforderungen der Kunden. Ein neutrales Matching wie auf Find-Your-ESG vergleicht dafür über 120 Systeme anhand der konkreten Anforderungen.
Scope-3-Emissionen dominieren die Klimabilanz von Maschinenbauunternehmen, weil ihre Produkte oft jahrzehntelang im Feld laufen und dort Energie verbrauchen. Laut CDP entfallen bei Herstellern von Investitionsgütern rund 91 Prozent der Scope-3-Emissionen und rund 90 Prozent der gesamten Scope-1-bis-3-Bilanz auf Kategorie 11, die Nutzung verkaufter Produkte, während eingekaufte Vorprodukte nur rund 5,7 Prozent beisteuern (Quelle: CDP, Technical Note Scope 3 Relevance by Sector, Version 4.0, 2026). Für die Softwareauswahl bedeutet das: Ein System, das nur die Beschaffungskette abbildet, aber keine Energieeffizienzdaten der verkauften Maschinen erfasst, deckt den klimarelevantesten Teil der Bilanz nicht ab. Gute ESG-Software verknüpft deshalb Stücklisten- und Nutzungsdaten aus dem Feld mit der klassischen Lieferkettenbilanz.
Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz verpflichtet deutsche Unternehmen mit mindestens 1.000 Mitarbeitenden seit 2024 zu Risikoanalysen, Präventionsmaßnahmen und einer jährlichen Erklärung zu Menschenrechts- und Umweltrisiken in der eigenen Lieferkette. 2026 bleibt das Gesetz in Kraft, wurde jedoch bei Berichtspflichten und Bußgeldern gelockert, der Fokus liegt stärker auf Risikodokumentation als auf ausführlichen Jahresberichten. Für Maschinenbauer mit mehrstufigen Lieferketten aus Gießereien, Schmieden, Hydraulik- und Elektronikzulieferern bedeutet das einen erheblichen Kartierungsaufwand, weil Risiken oft erst bei Tier-2- oder Tier-3-Lieferanten sichtbar werden. Ab 2027 gilt zusätzlich die EU-weite CSDDD für Unternehmen ab 5.000 Mitarbeitenden, deren Anwendungsbereich bis 2029 schrittweise erweitert wird.
CBAM ist der CO2-Grenzausgleichsmechanismus der EU, der seit dem 1. Januar 2026 in der Regelphase läuft. Wer mehr als 50 Tonnen CBAM-Waren wie Eisen, Stahl, Aluminium, Zement oder Düngemittel pro Jahr importiert, benötigt den Status als zugelassener CBAM-Anmelder, die erste Erklärung für 2026 ist bis zum 30. September 2027 fällig und der Zertifikatsverkauf beginnt im Februar 2027 (Quelle: DEHSt, 2026; Rödl und Partner, 2026). Für den Maschinenbau ist das direkt relevant, weil Stahl-, Aluminiumguss- und Halbzeugimporte aus Nicht-EU-Ländern einen wesentlichen Teil des Materialeinkaufs vieler Hersteller ausmachen. Wer diese Importmengen nicht dokumentiert, riskiert Verzögerungen beim Zoll und Nachforderungen bei den CBAM-Zertifikaten.
Nur die größten: Seit der EU-Richtlinie 2026/470, bekannt als Omnibus I, in Kraft seit dem 18. März 2026, sind Unternehmen erst ab mehr als 1.000 Mitarbeitenden und 450 Millionen Euro Umsatz kumulativ CSRD-berichtspflichtig, in Deutschland betrifft das branchenübergreifend rund 3.900 Unternehmen (Quelle: BT-Drs. 21/1857, 2026). Der VDMA zählt rund 3.500 vorrangig mittelständische Mitgliedsunternehmen (Quelle: VDMA, 2026), von denen die meisten unterhalb dieser Schwelle liegen und damit nicht direkt berichtspflichtig sind. Sie bleiben aber über Kundenanfragen großer OEMs, Bankenratings und den freiwilligen VSME-Standard indirekt in der Pflicht. Größere Anlagenbaukonzerne mit mehreren tausend Mitarbeitenden erreichen die Schwelle dagegen weiterhin.
Der VSME ist der freiwillige EU-Berichtsstandard für kleine und mittlere Unternehmen und wurde mit Omnibus I aufgewertet: Über den sogenannten Value-Chain-Cap begrenzt er, welche Nachhaltigkeitsdaten große berichtspflichtige Kunden von ihren mittelständischen Zulieferern verlangen dürfen (Quelle: MI Bochum, 2026). Für die meisten Maschinenbauer ohne eigene CSRD-Pflicht ist ein VSME-Bericht der effizienteste Weg, wiederkehrende Anfragen von OEMs, Banken und öffentlichen Auftraggebern standardisiert zu beantworten, statt jede Anfrage einzeln in Excel zu bearbeiten. Gute ESG-Software erzeugt den VSME-Bericht direkt aus ohnehin erfassten Daten zu Energie, Emissionen und Lieferkette. Das spart vor allem kleineren Zulieferern mit begrenzten Nachhaltigkeitsressourcen erheblichen Aufwand.
ISO 14001 für Umweltmanagement und ISO 50001 für Energiemanagement sind im Maschinenbau seit Jahren etablierte Zertifizierungen, die viele OEMs und öffentliche Auftraggeber in Ausschreibungen voraussetzen. Eine generelle gesetzliche Pflicht dazu besteht nicht, diese Einschätzung zur Ausschreibungspraxis stammt von Find Your ESG. Verpflichtend wird ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach ISO 50001 oder EMAS dagegen für Unternehmen, deren Energieverbrauch im Schnitt der letzten drei Jahre 7,5 Gigawattstunden überschreitet, umzusetzen innerhalb von 20 Monaten nach Überschreiten der Schwelle; ab 2,5 Gigawattstunden müssen zusätzlich Umsetzungspläne für Effizienzmaßnahmen veröffentlicht werden (Quelle: Vattenfall, 2026, auf Basis des Energieeffizienzgesetzes). Energieintensive Maschinenbauer mit eigenen Gießereien, Schmieden oder Wärmebehandlung überschreiten diese Schwelle besonders häufig, und die dafür ohnehin erfassten Energiedaten lassen sich direkt für die CO2-Bilanz weiterverwenden.
Die EU-Taxonomie klassifiziert wirtschaftliche Aktivitäten danach, ob sie zu den EU-Klimazielen beitragen, und ist für berichtspflichtige Unternehmen verpflichtend im Rahmen der CSRD auszuweisen. Für Maschinen- und Anlagenbauer wird sie vor allem dann relevant, wenn ihre Produkte selbst zur Energieeffizienz oder Kreislaufwirtschaft beitragen, etwa energieeffiziente Antriebe, Wärmepumpenkomponenten oder Recyclinganlagen, weil sich solche Umsätze als taxonomiekonform ausweisen lassen und Finanzierungsvorteile bei Banken und Investoren bringen können. Wer nicht selbst berichtspflichtig ist, bekommt die Taxonomie trotzdem indirekt zu spüren, wenn berichtspflichtige Kunden oder Banken taxonomiekonforme Kennzahlen für ihre eigenen Berichte anfragen. Eine ausführliche Einordnung der Anforderungen bietet die Seite EU-Taxonomie-Software auf Find-Your-ESG.
ESG-Software kostet 2026 je nach Unternehmensgröße und Berichtspflicht zwischen 490 und 250.000 Euro Jahreslizenz, Median über sechs unabhängige Preisquellen (Quelle: Find-Your-ESG-Marktanalyse, Stand August 2026). Kleinere Zulieferer bis 50 Mitarbeitende liegen im Median bei rund 1.800 Euro pro Jahr, der typische mittelständische Maschinenbauer mit 50 bis 250 Mitarbeitenden bei rund 6.500 Euro und größere Anlagenbaukonzerne mit 250 bis 1.000 Mitarbeitenden bei rund 25.000 Euro pro Jahr. Hinzu kommen einmalige Implementierungskosten, die je nach ERP-, PLM- und MES-Anbindung, Werksanzahl und Datenlage stark variieren. Eine auf die eigene Größenklasse und Lieferkettentiefe zugeschnittene Schätzung liefert der TCO-Rechner von Find-Your-ESG.
Ja, ERP-, PLM- und MES-Systeme sind die wichtigsten Datenquellen für die CO2-Bilanz im Maschinenbau. Das ERP liefert Einkaufsvolumina, Stücklisten und Materialstämme für die Scope-3-Bilanz der Vorkette, das PLM liefert Konstruktionsdaten für den Product Carbon Footprint einzelner Maschinentypen, und das MES liefert Maschinenlaufzeiten und Energieverbräuche für Scope 1 und 2 im eigenen Werk. ESG-Software ersetzt diese Systeme nicht, sondern verbindet sie über Schnittstellen und rechnet die Rohdaten in eine konsolidierte Emissionsbilanz um. Ohne eine saubere Anbindung an diese Kernsysteme bleibt jede ESG-Software auf manuell gepflegte Excel-Tabellen angewiesen und damit fehleranfällig.
Nein, beide Systeme lösen unterschiedliche Aufgaben. Ein Manufacturing Execution System steuert die Fertigung in Echtzeit, also Maschinenbelegung, Stückzahlen, Qualität und Schichtpläne auf dem Shopfloor. ESG-Software konsolidiert dagegen Nachhaltigkeitskennzahlen wie Emissionen, Lieferkettenrisiken und CSRD-Kennzahlen, häufig unter Nutzung von Energiedaten, die ein MES ohnehin erfasst. Die beiden Systeme ergänzen sich: Ein MES liefert Rohdaten zu Maschinenlaufzeiten und Energieverbrauch, die ESG-Software rechnet daraus die CO2-Bilanz. Wer gezielt ein MES für den Maschinen- und Anlagenbau sucht, wird auf der Schwesterplattform Find-Your-MES fündig, die Softwareauswahl für Produktionssteuerung unabhängig vergleicht.
Beantworten Sie in rund 6 Minuten Fragen zu Lieferkettentiefe, LkSG- und CBAM-Betroffenheit, CSRD-Status und Datenlage. Das Find-Your-ESG Matching gleicht Ihr Profil mit über 120 Systemen ab, neutral, ohne Ranking und ohne bezahlte Platzierungen.