ESG-Software für Logistik und Transport berechnet Treibhausgasemissionen je Sendung nach ISO 14083, bindet Telematik und TMS an und liefert Verladern die CO2-Daten, die Ausschreibungen heute verlangen. Dieser Leitfaden vergleicht 8 Anbieter für Speditionen, Fuhrbetriebe und Kontraktlogistiker in der DACH-Region, mit Preisen, Rechenbeispielen und Auswahlprozess.
Der Güterverkehr verursacht laut EU-Kommission (2023) mehr als 30 Prozent der verkehrsbedingten CO2-Emissionen in der EU. Wer diese Emissionen je Sendung nachweisen kann, gewinnt Ausschreibungen; wer es nicht kann, fliegt zunehmend aus dem Bieterkreis.
Seit der EU-Richtlinie 2026/470 (Omnibus I), in Kraft seit dem 18. März 2026, sind nur noch Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden und über 450 Millionen Euro Umsatz CSRD-berichtspflichtig. Die meisten Speditionen und Transportunternehmen sind damit formal raus. Der Druck verschwindet trotzdem nicht, er verlagert sich in die Kundenbeziehung.
Berichtspflichtige Industrie- und Handelskunden brauchen Transportemissionen für ihre Scope-3-Bilanz und fordern CO2e-Werte je Sendung oder Relation von ihren Transportdienstleistern an. Große Logistiker wie Hellmann arbeiten dafür bereits mit Emissionsplattformen wie Shipzero zusammen (eurotransport.de, 2023). Wer keine Daten liefert, erzeugt beim Kunden Lücken im Bericht.
Transportausschreibungen enthalten zunehmend ESG-Kriterien: Emissionsintensität je Tonnenkilometer, Anteil alternativer Antriebe, Zertifizierungen und Reduktionspfade. Ein belastbarer Nachweis nach ISO 14083 wird vom Differenzierungsmerkmal zur Eintrittskarte, gerade bei Kontraktlogistik-Vergaben mit mehrjähriger Laufzeit.
Die im März 2023 veröffentlichte Norm ISO 14083 regelt die Berechnung von Treibhausgasemissionen entlang der Transportkette für alle Verkehrsträger. Sie basiert auf dem GLEC Framework des Smart Freight Centre (seit 2016), das seit 2025 vollständig auf die Norm abgestimmt ist (Searoutes, 2025). Verlader verweisen in Datenanfragen direkt auf diese Methodik.
Seit Dezember 2023 enthält die deutsche Lkw-Maut einen CO2-Aufschlag von 200 Euro je Tonne CO2 (BMDV/SVG, 2023). Im nationalen Emissionshandel gilt 2026 ein Preiskorridor von 55 bis 65 Euro je Tonne, was Diesel gegenüber 2025 um bis zu 3,2 Cent je Liter verteuert (DEHSt, 2026). Emissionstransparenz ist damit auch Kostentransparenz.
Kreditinstitute fragen bei Finanzierungen von Fahrzeugen und Immobilien zunehmend ESG-Kennzahlen ab. Der freiwillige VSME-Standard dient dabei als gemeinsamer Nenner: Er definiert seit Omnibus I zugleich die Obergrenze dessen, was Großunternehmen standardmäßig von KMU-Lieferanten verlangen dürfen (mi-bochum.de, 2026). Details im Beitrag zum VSME-Standard.
Mittelständische Logistiker wie Paneuropa oder die Nagel-Group weisen CO2-Einsparungen bereits datenbasiert nach (shipzero.com, Stand 2026). Wer erst bei der nächsten Ausschreibung mit dem Datensammeln beginnt, startet zu spät: Historische Verbrauchs- und Sendungsdaten lassen sich rückwirkend nur schwer rekonstruieren. Grundlagen dazu im Leitfaden CO2-Bilanz erstellen.
Generische ESG-Tools scheitern in der Logistik meist an der Sendungsebene: Sie bilanzieren das Unternehmen, aber nicht den einzelnen Transport. Die folgende Tabelle zeigt, welche Funktionen Speditionen, Fuhrbetriebe und Kontraktlogistiker konkret prüfen sollten, bevor sie einen Vertrag unterschreiben.
| Anforderung | Warum sie zählt | Worauf Sie achten sollten | Priorität |
|---|---|---|---|
| Emissionsberechnung je Sendung nach ISO 14083Kernfunktion | Verlader benötigen CO2e-Werte je Sendung für ihre Scope-3-Bilanz; ISO 14083 (2023) ist die verlangte Methodik. | Well-to-Wheel-Rechnung, aktuelle GLEC-Emissionsfaktoren, idealerweise SFC-Akkreditierung des Anbieters. | Pflicht |
| Telematik- und TMS-AnbindungDatenqualität | Primärdaten aus Telematik und Tankkarten schlagen Standardfaktoren deutlich; ohne Automatisierung bleibt es bei Excel. | Fertige Konnektoren oder API zu gängigen TMS und Telematiksystemen; automatischer Import statt manueller Uploads. | Pflicht |
| Subunternehmer-DatenFlottenrealität | Viele Speditionen fahren einen Großteil der Sendungen mit Subunternehmern; deren Emissionen gehören in die Bilanz. | Einfache Erfassungs-Workflows oder Portale für Partner, Fallback auf modellierte Werte mit Kennzeichnung der Datenqualität. | Pflicht |
| Multimodale AbdeckungStraße, Schiene, See, Luft | ISO 14083 deckt alle Verkehrsträger ab; Speditionen mit See- und Luftfrachtanteil brauchen konsistente Zahlen über die Kette. | Emissionsintensitäten je Verkehrsträger, Umschlagpunkte (Hubs) inklusive, durchgängige Sendungssicht. | Hoch |
| VSME- und ESRS-ExportBerichtsstandards | Banken und Großkunden akzeptieren VSME als freiwilligen Standard; wenige große Logistiker berichten weiter nach ESRS. | Vorlagen für VSME Basic und Comprehensive Module, Export als PDF und maschinenlesbares Format. | Hoch |
| Kundenreports für VerladerVertriebshebel | CO2-Reports je Kunde und Relation werden Teil des Angebots; wer sie automatisiert liefert, spart Aufwand im Vertrieb. | White-Label-Reports, Filterung nach Kunde, Relation und Zeitraum, Versand ohne manuelle Nacharbeit. | Hoch |
| Audit-Trail und NachvollziehbarkeitPrüfsicherheit | Verlader lassen Lieferantendaten zunehmend prüfen; Berechnungswege müssen dokumentiert und reproduzierbar sein. | Versionierung der Emissionsfaktoren, Protokollierung von Datenänderungen, Prüfberichte wie ISAE 3000 beim Anbieter. | Mittel |
Einordnung: Priorität "Pflicht" gilt für Unternehmen, deren Verlader bereits Sendungsdaten anfordern. Für reine VSME-Berichterstattung ohne Kundenreports genügt zunächst ein schlankeres Setup, siehe ESG-Software auswählen.
Beide Fälle sind mit öffentlich verfügbaren Preisquellen und, wo Anbieter keine Preise nennen, mit klar gekennzeichneten Markteinschätzungen gerechnet. Alle Beträge netto und gerundet. Die Rechnung ersetzt kein individuelles Angebot. Eine branchenübergreifende Kostenanalyse finden Sie unter ESG-Software Kosten.
Ziel: VSME-Bericht für Banken und Großkunden plus sendungsbezogene CO2-Werte nach ISO 14083 für zwei Schlüsselkunden.
Jahr 1: rund 10.600 bis 27.600 €. Ab Jahr 2: rund 7.600 bis 19.600 € pro Jahr.
Ziel: Konzernweite ESG-Berichterstattung (freiwillig ESRS-nah, da unter der 1.000-Mitarbeiter-Schwelle der EU-Richtlinie 2026/470) plus ISO-14083-Daten für das gesamte Netzwerk inklusive Subunternehmer.
Jahr 1: rund 45.000 bis 120.000 €. Ab Jahr 2: rund 35.000 bis 90.000 € pro Jahr.
Lesehilfe: Die großen Spannen entstehen vor allem durch Sendungsvolumen, Anzahl der Verkehrsträger und den Anteil an Subunternehmern. Ein reiner Fuhrbetrieb mit eigener Flotte und Telematik liegt am unteren Rand, ein multimodales Netzwerk mit Hunderten Partnern am oberen.
Alphabetische Auswahl, keine Empfehlung und kein Ranking. Empfehlungen entstehen ausschließlich über das neutrale Matching. Aufgeführt sind nur belegbare Angaben; wo Anbieter keine Preise veröffentlichen, steht "auf Anfrage". Den vollständigen Marktüberblick über alle Kategorien bietet der ESG-Software Vergleich 2026.
| Anbieter | Logistik-Fokus | Öffentliche Preisangabe | Quelle |
|---|---|---|---|
| BigMileCarbon-Accounting-SaaS, Maarssen (NL), seit 2020 eigenständig | Multimodale Emissionsberechnung nach ISO 14083, Emissions-API in über 30 Softwareprodukten, mehr als 250 Unternehmen, ISAE 3000 Type 2 zertifiziert (2024) | auf Anfrage | bigmile.eu (2026) |
| CozeroCarbon-Management-Plattform, Berlin | Emissionsmanagement mit Logistik-Referenzen wie Zalando Logistik und Mosolf; Series A über 6,5 Mio. € (2023) | auf Anfrage | cozero.io (2026) |
| EnvoriaESG-Reporting-Plattform, München | Generalist für CSRD-, VSME- und CO2-Reporting; für Logistiker als Berichtsebene über spezialisierten Emissionstools nutzbar | 3.000 bis über 40.000 € pro Jahr, je nach Umfang | envoria.com (2026) |
| ESG LiftVSME-Berichtssoftware für KMU | VSME-Berichte und hybrider CO2-Rechner (Scope 1 bis 3) mit eigener Branchenseite für Transport und Logistik, Flotten-Tracking für Scope 1 | 590 bis 1.590 € pro Jahr, nach Unternehmensgröße | esglift.com (2026) |
| PledgeFreight-Emissions-Plattform, London, seit 2025 Teil von Blue Yonder | Emissionsmessung und Reporting für Speditionen und Verlader, GLEC-akkreditiert und ISO-14083-konform; Übernahme durch Blue Yonder im Mai 2025 | auf Anfrage | blueyonder.com (2025) |
| SearoutesCO2e-API, Marseille | Routen- und schiffsgenaue Emissionsberechnung mit Schwerpunkt See- und Multimodalfracht, vom Smart Freight Centre akkreditiert (seit 2021), GLEC v3.2 umgesetzt (2025) | auf Anfrage | searoutes.com (2021) |
| ShipzeroFreight-Emissions-Plattform, Hamburg | Sendungsgenaue Berechnung nach ISO 14083 auf Basis realer Verbrauchsdaten, TMS- und Telematik-Ingestion, Book & Claim; Kunden u. a. Hellmann (2023) und Nagel-Group | auf Anfrage | shipzero.com (2026) |
| SquakeAPI-first CO2-Berechnung, Berlin | CO2-Berechnung für Travel und Logistik per API, Integration in Buchungs- und TMS-Prozesse, rechnet nach GLEC Framework v3.1 | auf Anfrage | squake.earth (2026) |
Hinweis: "auf Anfrage" bedeutet, dass der Anbieter zum Stand 11. August 2026 keine öffentliche Preisliste führt. Kostenlos starten können Logistiker mit ecocockpit (Effizienz-Agentur NRW, ecocockpit.de, 2026) für die CO2-Bilanz auf Unternehmensebene.
Die Qualität der Emissionsberechnung steht und fällt mit den Quellsystemen. ISO 14083 erlaubt Standardwerte, belohnt aber Primärdaten: Je mehr reale Verbrauchs- und Sendungsdaten einfließen, desto belastbarer und wettbewerbsfähiger werden die Zahlen gegenüber Verladern.
Das Transport-Management-System liefert Sendungen, Relationen, Gewichte und Subunternehmer-Zuordnung. Es ist das Rückgrat der Zuordnung von Emissionen zu Kunden und Aufträgen.
Telematik- und Tankkartendaten liefern reale Verbräuche je Fahrzeug und Tour. Sie heben die Berechnung von Standardfaktoren auf Primärdatenniveau, wie es Verlader zunehmend verlangen.
Das Lagerverwaltungssystem steuert Energie- und Flächendaten der Logistikimmobilien bei, die in Standortbilanzen und Hub-Emissionen nach ISO 14083 einfließen. Marktüberblick auf find-your-wms.de.
Das ERP liefert Einkaufs-, Energie- und Finanzdaten für die Unternehmensbilanz nach Scope 1 bis 3 und trägt die ESG-Kennzahlen ins Controlling. Marktüberblick auf find-your-erp.de.
Für Logistiker, die Teil industrieller Lieferketten sind, greifen zwei weitere Perspektiven: Wie Verlader ihre gesamte Kette steuern, zeigt der Beitrag Lieferketten-ESG; die Sicht der Industriekunden auf Werks- und Produktemissionen beschreibt ESG-Software für die Fertigung.
Diese Muster sehen wir in Auswahlprojekten immer wieder. Jeder einzelne kostet später Geld, Datenqualität oder im schlimmsten Fall einen Rahmenvertrag.
Standardwerte aus dem GLEC Framework sind ein legitimer Startpunkt, aber Verlader stufen Daten nach Primärdatenanteil ein. Wer Telematik- und Tankdaten hat und sie nicht nutzt, verschenkt Genauigkeit und meist auch bessere Emissionswerte, denn Standardfaktoren rechnen konservativ.
Bei vielen Speditionen fahren Subunternehmer den Großteil der Sendungen. Fehlen deren Daten, ist die Bilanz strukturell unvollständig und Kundenreports werden angreifbar. Nötig sind einfache Partner-Workflows statt jährlicher Excel-Rundmails.
ISO 14083 verlangt die Betrachtung inklusive Kraftstoffbereitstellung (Well-to-Wheel). Wer nur den Auspuff bilanziert, liegt systematisch zu niedrig und muss Reports später korrigieren, was Vertrauen bei Verladern kostet.
VSME-Bericht für die Bank und ISO-14083-Daten für Kunden speisen sich aus denselben Quellen. Zwei getrennte Insellösungen ohne gemeinsame Datenbasis bedeuten doppelte Pflege und widersprüchliche Zahlen im Audit.
Seit Omnibus I (EU-Richtlinie 2026/470, in Kraft seit 18. März 2026) sind die meisten Logistiker nicht mehr direkt berichtspflichtig. Die Datenanforderungen der Verlader bleiben trotzdem bestehen, denn deren Scope-3-Bilanz braucht Transportdaten unabhängig von der Pflicht des Dienstleisters.
Demos mit Beispieldaten sehen immer gut aus. Entscheidend ist ein Test mit einem realen Monatsdatensatz aus dem eigenen TMS: Wie viele Sendungen laufen automatisch durch, wo bricht das Matching, wie werden Lücken gekennzeichnet? Erst dann zeigt sich der echte Betriebsaufwand.
Vom ersten Anforderungsworkshop bis zum ersten Kundenreport vergehen in typischen Projekten 6 bis 12 Wochen. Der Prozess unten hält die Reihenfolge ein, die in der Praxis Fehlkäufe verhindert: erst Datenlage und Berichtsrahmen, dann Anbieter.
Verkehrsträger, Flottenstruktur, Subunternehmeranteil, vorhandene Systeme wie TMS, Telematik und ERP sowie die konkreten Anforderungen der wichtigsten Verlader dokumentieren.
Entscheiden, ob VSME als freiwilliger Standard, Kundenreports nach ISO 14083 oder beides benötigt wird. Seit EU-Richtlinie 2026/470 sind die meisten Logistikunternehmen nicht mehr direkt CSRD-pflichtig.
Spezialisten wie Shipzero, BigMile, Squake oder Searoutes gegen Generalisten wie Envoria oder ESG Lift abwägen und auf SFC-Akkreditierung sowie ISO-14083-Konformität achten.
Das Find-Your-ESG Matching vergleicht in rund 6 Minuten mehr als 120 Systeme anbieterneutral und liefert eine Shortlist passend zu Flottengröße, Verkehrsträgern und Budget.
Zwei bis drei Anbieter mit einem realen Monatsdatensatz aus TMS und Telematik testen und dabei Datenqualität, Subunternehmer-Workflow und Audit-Trail prüfen.
Schnittstellen zu TMS, Telematik und ERP produktiv schalten, Verantwortlichkeiten festlegen und die ersten Kundenreports an Verlader ausliefern.
Die Antworten sind bewusst so formuliert, dass sie für sich stehen. Stand aller Angaben: 11. August 2026.
ESG-Software für Logistik und Transport erfasst Umwelt-, Sozial- und Governance-Daten von Speditionen, Transportunternehmen und Kontraktlogistikern und berechnet insbesondere Treibhausgasemissionen je Sendung nach ISO 14083. Sie bündelt Daten aus Telematik, Transport-Management-Systemen (TMS) und von Subunternehmern, erstellt Kundenreports für Verlader und exportiert Kennzahlen für Standards wie VSME oder ESRS. Spezialisierte Anbieter sind unter anderem Shipzero, BigMile, Squake und Searoutes.
ISO 14083 ist die internationale Norm zur Quantifizierung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen aus Transportketten, veröffentlicht im März 2023. Sie basiert methodisch auf dem GLEC Framework des Smart Freight Centre und deckt alle Verkehrsträger ab, von Straße über Schiene bis See- und Luftfracht. Für Speditionen ist die Norm wichtig, weil Verlader CO2-Daten je Sendung zunehmend nach ISO 14083 anfordern und Ausschreibungen entsprechende Nachweise verlangen.
Die meisten Speditionen nicht. Seit der EU-Richtlinie 2026/470 (Omnibus I), in Kraft seit dem 18. März 2026, gilt die CSRD-Berichtspflicht nur noch für Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden und über 450 Millionen Euro Umsatz. Mittelständische Logistikunternehmen fallen damit in der Regel nicht mehr unter die Pflicht. Der Druck kommt stattdessen indirekt: berichtspflichtige Verlader fragen CO2- und ESG-Daten bei ihren Transportdienstleistern ab, wobei der freiwillige VSME-Standard den Umfang dieser Abfragen begrenzt (Value-Chain-Cap).
Die Spanne reicht von kostenlos bis in den sechsstelligen Bereich. Das kostenlose Tool ecocockpit eignet sich für eine erste CO2-Bilanz auf Unternehmensebene. VSME-Berichtssoftware wie ESG Lift kostet 590 bis 1.590 Euro pro Jahr (2026). Generalistische ESG-Plattformen liegen laut Envoria-Preisanalyse 2026 bei 3.000 bis über 40.000 Euro pro Jahr. Spezialisierte Transportemissions-Plattformen wie Shipzero oder BigMile nennen Preise nur auf Anfrage; nach Markteinschätzung aus Referenzprojekten sind je nach Sendungsvolumen etwa 6.000 bis 50.000 Euro pro Jahr realistisch.
Grundlage ist ISO 14083: Die Emissionen eines Transports werden Well-to-Wheel berechnet, also inklusive Kraftstoffbereitstellung, und über Emissionsintensitäten auf einzelne Sendungen verteilt. Am genauesten sind Primärdaten aus Telematik und Tankdaten der eingesetzten Fahrzeuge; wo diese fehlen, arbeiten Tools mit modellierten Werten oder Standard-Emissionsfaktoren, etwa aus dem GLEC Framework. ESG-Software automatisiert diese Zuordnung, indem sie Sendungsdaten aus dem TMS mit Fahrzeug- und Routendaten verknüpft.
Berichtspflichtige Verlader benötigen Transportemissionen für ihre Scope-3-Bilanz, dort vor allem für die Kategorien der vor- und nachgelagerten Transporte. Üblich sind CO2e-Werte je Sendung oder je Relation nach ISO 14083, Angaben zur Berechnungsmethodik, zum Anteil von Primärdaten sowie zunehmend Nachweise über Reduktionsmaßnahmen wie alternative Antriebe oder HVO-Kraftstoffe. Seit Omnibus I begrenzt der VSME-Standard, welche Informationen Großunternehmen standardmäßig von kleineren Lieferanten anfordern dürfen.
Nicht zwingend, aber sie brauchen belastbare Zahlen. Wer überwiegend Subunternehmer einsetzt, muss deren Verbrauchs- oder Leistungsdaten einsammeln oder mit Standardfaktoren rechnen, was die Datenqualität senkt. Eine kleine Spedition kann mit dem kostenlosen ecocockpit und einer VSME-Lösung ab 590 Euro pro Jahr (ESG Lift, 2026) starten. Sobald Verlader Sendungsdaten nach ISO 14083 oder regelmäßige Kundenreports verlangen, lohnt sich eine spezialisierte Transportemissions-Plattform.
Das GLEC Framework ist die 2016 vom Smart Freight Centre veröffentlichte Branchenmethodik zur Berechnung von Logistikemissionen; ISO 14083 ist die daraus hervorgegangene internationale Norm von 2023. Seit 2025 ist das GLEC Framework vollständig auf ISO 14083 abgestimmt, aktuelle Versionen wie v3.1 und v3.2 konkretisieren Emissionsfaktoren und Datenanforderungen. In der Praxis gilt: Wer nach aktuellem GLEC Framework rechnet, erfüllt die methodischen Kernanforderungen der ISO 14083.
Kleine Fuhrbetriebe und Speditionen bis etwa 250 Mitarbeitende fahren mit VSME-Tools wie ESG Lift plus kostenlosem ecocockpit am günstigsten. Speditionen mit Verlader-Anforderungen an Sendungsdaten benötigen eine ISO-14083-Plattform wie Shipzero oder BigMile oder eine API-Lösung wie Squake oder Searoutes. Kontraktlogistiker mit mehreren Hundert Mitarbeitenden kombinieren häufig eine ESG-Reporting-Plattform, etwa Envoria, mit einem spezialisierten Transportemissions-Tool. Ein neutrales Matching wie das von Find-Your-ESG grenzt die Auswahl anhand von Flottengröße, Verkehrsträgern und Systemlandschaft ein.
Stand aller Angaben: 11. August 2026. Preise verstehen sich netto. Diese Seite ist anbieterneutral; kein Anbieter hat für die Nennung bezahlt.
Kennzeichnungslogik: Jede Zahl auf dieser Seite trägt eine Quelle mit Jahr. Öffentliche Preisangaben stammen direkt von Anbieter-Websites und sind in der Anbieter-Tabelle verlinkt. Werte ohne öffentliche Quelle, etwa Preisspannen von Anbietern mit Angeboten nur auf Anfrage sowie interne Aufwände, sind ausdrücklich als "Markteinschätzung aus Referenzprojekten" gekennzeichnet und niemals als Fakt ausgegeben. Rechenbeispiele sind gerundet und ersetzen kein individuelles Angebot.
Auswahl der Anbieter: Die Tabelle listet 8 Systeme alphabetisch, ohne Ranking und ohne Bewertung. Kriterium für die Aufnahme war ein belegbarer Bezug zu Transportemissionen oder zur ESG-Berichterstattung von Logistikunternehmen. Über die Aufnahme entscheidet die Redaktion, nicht der Anbieter.
Beantworten Sie in rund 6 Minuten Fragen zu Verkehrsträgern, Flottengröße, Subunternehmeranteil und Systemlandschaft. Das Matching vergleicht mehr als 120 Systeme anbieterneutral und liefert eine Shortlist ohne Verkaufsdruck.