CBAM-Software ist die Zoll-Compliance- oder Carbon-Accounting-Loesung, mit der Importeure von Eisen, Stahl, Aluminium, Zement, Duengemitteln, Wasserstoff und Strom die eingebetteten Emissionen ihrer Wareneinfuhren berechnen und CBAM-Erklaerungen an den deutschen Zoll uebermitteln. Seit dem 1. Januar 2026 gilt eine neue Bagatellgrenze von 50 Tonnen CBAM-relevanter Waren pro Jahr und Importeur, unterhalb derer keine Meldepflicht mehr besteht (BMUKN und DEHSt, 2025). Fuer den DACH-Mittelstand, der weiterhin Eisen-, Stahl- oder Aluminiumteile aus Drittlaendern importiert, bleibt die korrekte Erfassung eingebetteter Emissionen je Wareneinfuhr eine der anspruchsvollsten neuen Compliance-Aufgaben des Jahres.
Die Bagatellgrenze entlastet Kleinimporteure, veraendert aber wenig an der Komplexitaet fuer die verbleibenden meldepflichtigen Unternehmen. Wer oberhalb der Schwelle liegt, muss weiterhin praezise Emissionsdaten je Wareneinfuhr erfassen.
Importeure von Eisen, Stahl, Aluminium, Zement, Duengemitteln, Wasserstoff und Strom muessen fuer jede Wareneinfuhr die eingebetteten Emissionen dokumentieren, entweder anhand echter Herstellerdaten oder EU-Standardwerten. Ohne den Status als zugelassener CBAM-Anmelder drohen laut DEHSt (2026) seit Beginn der Regelphase am 1. Januar 2026 Einfuhrbeschraenkungen. Gleichzeitig hat sich die Meldelogik grundlegend geaendert: Statt der bisherigen quartalsweisen Berichte in der Uebergangsphase 2023 bis 2025 gilt ab 2026 eine jaehrliche CBAM-Erklaerung, deren erste Frist am 30. September 2027 fuer das Importjahr 2026 endet. Diese Umstellung erfordert eine saubere unterjaehrige Datenerfassung, obwohl die Meldung selbst nur einmal jaehrlich erfolgt.
CBAM-Software automatisiert den Abgleich von Importmengen, Zolltarifnummern und Emissionsdaten und generiert daraus die technische CBAM-Erklaerung im vorgeschriebenen Format. Zoll- und Trade-Compliance-Plattformen wie die Loesungen von AEB SE (Zoll- und Aussenhandelssoftware, Stuttgart) binden CBAM direkt an bestehende ATLAS-Zollprozesse an. Carbon-Accounting-Anbieter wie osapiens (ESG-Software mit CBAM-Modul, gegruendet 2018 in Mannheim) verknuepfen CBAM-Daten dagegen mit der ohnehin erhobenen Scope-3-Klimabilanz. Laut Umweltbundesamt (2025) sind durch die neue Bagatellgrenze rund 90 Prozent der urspruenglich Betroffenen befreit, waehrend weiterhin etwa 99 Prozent der Emissionsmengen erfasst bleiben, was zeigt, dass die verbleibenden Melder ueberdurchschnittlich grosse und datenintensive Importvolumina abwickeln.
Fuer Unternehmen, die neben CBAM auch die allgemeine CSRD-Berichtspflicht 2026 betrifft, lohnt sich ein Blick auf die Schnittstellen zur CO2-Bilanzierungssoftware fuer Scope 1, 2 und 3, da CBAM-Emissionsdaten haeufig auf denselben Lieferkettendaten aufbauen wie das Scope-3-Reporting. Wer zusaetzlich Sorgfaltspflichten in der Lieferkette abdecken muss, findet ergaenzende Einordnung auf der Seite zur Lieferketten-ESG-Software.
CBAM-Software kommt aus zwei unterschiedlichen Marktumfeldern: dem Zoll- und Aussenhandel sowie dem Carbon-Accounting. Die folgende Uebersicht ordnet die wichtigsten Kategorien nach Zielgruppe, Integrationsstiefe und Preisniveau ein.
| Kategorie | Beispielanbieter | Zielgruppe | ATLAS-Zollanbindung | Scope-3/CSRD-Verknuepfung | Preisklasse |
|---|---|---|---|---|---|
Zoll- und Trade-Compliance-SoftwareKernprozess: Zollabwicklung |
AEB SE, Descartes | Mittelstand bis Konzern | ✓ | teilweise | 8.000 bis 25.000 EUR/Jahr |
Carbon-Accounting mit CBAM-ModulKernprozess: Emissionsbilanzierung |
osapiens, Dcycle | Mittelstand mit ESG-Reporting | teilweise | ✓ | 6.000 bis 20.000 EUR/Jahr |
Integrierte ESG- und Compliance-SuitenKernprozess: Konzernweites Reporting |
Sphera | Konzern / Enterprise | – | ✓ | ab 25.000 EUR/Jahr |
Spezialisierte CBAM-NischentoolsKernprozess: reine CBAM-Erklaerung |
cbamsoftware.de, CBAM Guide gelistete Tools | KMU knapp ueber 50 t | – | teilweise | 2.000 bis 8.000 EUR/Jahr |
ERP-Zusatzmodule fuer AussenhandelKernprozess: SAP-/ERP-Integration |
SAP Global Trade Services, individuelle Add-ons | Grossunternehmen mit SAP | ✓ | teilweise | ab 30.000 EUR/Jahr |
Manuelle Excel- und BeratungsloesungKernprozess: Behelfsloesung ohne Software |
Interne Tabellen, punktuelle Zollberatung | Kleinstimporteure | – | – | Beraterhonorar, kein Lizenzmodell |
Die folgenden drei Anbieter stehen beispielhaft fuer die verschiedenen Marktzugaenge zu CBAM: Zoll-Software, Carbon-Accounting-Suite und globale Enterprise-Plattform. Die Darstellung ist neutral und ohne Rankingabsicht.
AEB SE (Zoll- und Aussenhandelssoftware, gegruendet 1988 in Stuttgart) bietet mit seiner Trade-Compliance-Management-Plattform eine direkt an das deutsche ATLAS-Zollsystem angebundene Loesung. CBAM-Meldedaten lassen sich so unmittelbar aus laufenden Ein- und Ausfuhranmeldungen ableiten, ohne Importdaten ein zweites Mal manuell zu erfassen.
osapiens (ESG- und Compliance-Software, gegruendet 2018 in Mannheim) bietet mit dem osapiens HUB for CBAM ein dediziertes Modul, das eingebettete Emissionen aus Lieferantendaten berechnet und mit der ohnehin erhobenen Scope-3-Klimabilanz verknuepft. Das Unternehmen deckt daneben unter anderem LkSG- und CSRD-Prozesse ab.
Sphera (Anbieter fuer EHS- und Nachhaltigkeitssoftware mit Sitz in Chicago, USA, am Markt seit 2016 unter diesem Namen) bettet CBAM-Compliance als Baustein in eine umfassende Lieferketten- und Nachhaltigkeitsplattform ein. Die Loesung richtet sich vor allem an internationale Konzerne mit mehreren Regulatorik-Themen gleichzeitig.
Unabhaengig vom Anbieter sollten sechs Funktionsbausteine abgedeckt sein, damit die CBAM-Erklaerung fristgerecht und pruefsicher entsteht.
Automatischer Abgleich der Zolltarifnummern gegen die CBAM-Warenliste in Anhang I der EU-Verordnung.
Laufende kumulative Berechnung der Importmengen gegen die 50-Tonnen-Schwelle je Importeur und Jahr.
Digitale Fragebogen an Hersteller im Drittland zur Erfassung tatsaechlicher eingebetteter Emissionen.
Berechnung direkter und, je nach Warengruppe, indirekter Emissionen aus dem Strombezug der Herstellung.
Generierung der jaehrlichen CBAM-Erklaerung im vorgeschriebenen Format und Uebermittlung an das CBAM-Register.
Ueberwachung des Status als zugelassener CBAM-Anmelder sowie aller Meldefristen im Jahresverlauf.
CBAM-Software steht selten isoliert. Vier Systemwelten muessen typischerweise Daten liefern oder empfangen, damit eine CBAM-Erklaerung ohne manuelle Doppelarbeit entsteht.
Deutsches Zollabwicklungssystem, liefert Einfuhrmengen, Zolltarifnummern und Ursprungslaender fuer die CBAM-Berechnung.
Stammdaten zu Lieferanten, Bestellmengen und Wareneingaengen, oft Ausgangspunkt fuer die automatisierte Mengenerfassung.
Bestehende Klimabilanzierungssysteme liefern Lieferanten-Emissionsdaten, die sich fuer CBAM weiterverwenden lassen.
Digitale Portale zur Einholung von Emissionsnachweisen und CO2-Bepreisungsangaben direkt bei Herstellern im Drittland.
CBAM-Software muss nicht nur rechnen, sondern auch die rechtlichen Fristen und Statuspflichten der EU-Verordnung 2023/956 und ihrer Durchfuehrungsvorschriften abbilden.
Die CBAM-Grundverordnung der EU legt fest, dass Importeure von Eisen, Stahl, Aluminium, Zement, Duengemitteln, Wasserstoff und Strom eingebettete Emissionen ihrer Einfuhren offenlegen muessen. Seit dem 1. Januar 2026 befindet sich CBAM in der Regelphase mit voller Berichts- und perspektivisch Zahlungspflicht.
Eine im Omnibus-Vereinfachungspaket eingefuehrte De-minimis-Regelung befreit Importeure unterhalb von 50 Tonnen CBAM-relevanter Waren pro Jahr von der Meldepflicht, mit Ausnahme von Strom und Wasserstoff (BMUKN, 2025).
Nach Artikel 5 der CBAM-Verordnung benoetigen meldepflichtige Importeure vor der Einfuhr den Status eines zugelassenen CBAM-Anmelders. Fuer 2026 gilt eine Uebergangsregelung mit Antragsfrist bis 31. Maerz 2026 (DEHSt, 2026).
Anders als in der Uebergangsphase mit quartalsweisen Berichten ist ab der Regelphase 2026 nur noch eine jaehrliche CBAM-Erklaerung faellig, erstmals am 30. September 2027 fuer das Importjahr 2026 (DEHSt, 2026).
Die tatsaechliche Zahlung fuer CBAM-Zertifikate auf Basis der eingebetteten Emissionen des Importjahres 2026 wird erstmals 2027 faellig, wenn die erste CBAM-Erklaerung eingereicht wird.
Bereits im Ursprungsland gezahlte CO2-Bepreisungen koennen auf die CBAM-Zertifikatspflicht angerechnet werden, was eine detaillierte Dokumentation der dortigen Klimaabgaben je Warensendung voraussetzt.
Die Kostenspannen unten sind eine Markteinschaetzung 2026 auf Basis oeffentlich zugaenglicher Anbieterinformationen und Branchenberichte, keine verbindlichen Listenpreise einzelner Hersteller.
| Unternehmensgroesse | Typisches Profil | Jaehrliche Softwarekosten |
|---|---|---|
Kleine Importeure |
Knapp oberhalb der 50-Tonnen-Bagatellgrenze, ein bis zwei Warengruppen, wenige Lieferanten im Drittland. | 2.000 bis 8.000 EUR |
Mittelgrosse Importeure |
Mehrere Warengruppen, mehrere Zollagenten, ERP-Anbindung und regelmaessige CBAM-Erklaerungen mit mittlerem Datenvolumen. | 8.000 bis 25.000 EUR |
Grosskonzerne |
Mehrere Werke und Landesgesellschaften, hohe Importvolumina, Integration in konzernweite ESG- und Trade-Compliance-Prozesse. | 25.000 bis über 60.000 EUR |
Der folgende Ablauf orientiert sich an der Praxis von Zollverantwortlichen und Nachhaltigkeitsteams im deutschen Mittelstand fuer die Regelphase 2026.
Importmengen der CBAM-Warengruppen der letzten zwoelf Monate gegen die 50-Tonnen-Bagatellgrenze pruefen.
Antrag auf den Status zugelassener CBAM-Anmelder beim Zoll pruefen und gegebenenfalls fristgerecht stellen.
ERP-, Zoll- und Lieferantendaten identifizieren, die fuer die Emissionsberechnung benoetigt werden.
Entscheidung zwischen Zoll-/Trade-Compliance-Software, Carbon-Accounting-Tool mit CBAM-Modul oder Kombination beider Ansaetze.
Testweise eine CBAM-Erklaerung mit realen Importdaten in der engeren Shortlist-Software durchspielen.
Software produktiv setzen und Fristen fuer Zulassung sowie die jaehrliche CBAM-Erklaerung im System hinterlegen.
Antworten auf die wichtigsten Fragen von Importeuren und Compliance-Teams zur CBAM-Regelphase 2026.
CBAM-Software unterstuetzt Importeure von Eisen, Stahl, Aluminium, Zement, Duengemitteln, Wasserstoff und Strom dabei, die eingebetteten Emissionen ihrer Wareneinfuhren zu berechnen und CBAM-Erklaerungen an den deutschen Zoll zu uebermitteln. Sie deckt typischerweise die Datenerfassung aus ERP- und Lieferantensystemen, die Emissionsberechnung nach den EU-Methodenvorgaben und die technische Uebermittlung im vorgeschriebenen Format ab. Anbieter stammen entweder aus dem Zoll- und Aussenhandelssoftware-Umfeld oder aus dem Carbon-Accounting-Bereich mit einem zusaetzlichen CBAM-Modul. Seit Beginn der Regelphase am 1. Januar 2026 ist eine strukturierte Softwareloesung fuer die verbleibenden meldepflichtigen Importeure praktisch unverzichtbar, weil die manuelle Berechnung eingebetteter Emissionen je Wareneinfuhr fehleranfaellig ist.
Seit dem 1. Januar 2026 gilt eine Bagatellgrenze von 50 Tonnen CBAM-relevanter Waren pro Jahr und Importeur, unterhalb derer keine CBAM-Pflichten mehr bestehen (BMUKN und DEHSt, 2025). Diese Vereinfachung befreit nach Angaben des Bundesumweltministeriums rund 90 Prozent der urspruenglich betroffenen Unternehmen, vor allem Kleinstimporteure und Einzelpersonen. Gleichzeitig bleiben laut BMUKN rund 99 Prozent der tatsaechlich verursachten Emissionen erfasst, da ein kleiner Kreis grosser Importeure den Grossteil der Mengen einfuehrt. Strom und Wasserstoff sind von dieser Bagatellgrenze ausgenommen und bereits ab der ersten Einfuhr meldepflichtig.
CBAM erfasst laut Anhang I der EU-Verordnung die Sektoren Eisen und Stahl, Aluminium, Zement, Duengemittel, Wasserstoff und Strom. Fuer Strom (KN-Code 2716 00 00) und Wasserstoff (KN-Code 2804 10 00) gilt keine Mengengrenze, waehrend fuer die uebrigen Warengruppen die 50-Tonnen-Bagatellgrenze kumulativ pro Importeur berechnet wird. Innerhalb dieser Sektoren sind zahlreiche Vorprodukte und Halbzeuge einbezogen, etwa Rohre, Schrauben oder bestimmte Legierungen aus Eisen und Stahl. Unternehmen sollten ihre Zolltarifnummern gegen die vollstaendige Warenliste der EU-Kommission pruefen, da die Zuordnung im Detail komplex ist.
Nein. Die quartalsweisen CBAM-Berichte galten nur in der Uebergangsphase von Oktober 2023 bis Ende 2025. Mit Beginn der Regelphase am 1. Januar 2026 wechselt die Meldelogik auf eine jaehrliche CBAM-Erklaerung, die laut DEHSt erstmals bis zum 30. September 2027 fuer das Importjahr 2026 einzureichen ist. Fuer alle Folgejahre gilt jeweils der 30. September als Abgabefrist fuer das vorangegangene Kalenderjahr. Zusaetzlich muessen betroffene Importeure vor der ersten Einfuhr 2026 den Status als zugelassener CBAM-Anmelder besitzen, wofuer eine Uebergangsregelung mit Antragsfrist bis 31. Maerz 2026 existiert.
Importeure, die ab 2026 CBAM-relevante Waren oberhalb der Bagatellgrenze einfuehren wollen, benoetigen laut DEHSt zwingend den Status eines zugelassenen CBAM-Anmelders nach Artikel 5 der CBAM-Verordnung. Ein blosser Login im CBAM-Register ersetzt diese Zulassung nicht. Fehlt der Status, drohen Einfuhrbeschraenkungen bis hin zu Sanktionsverfahren, und der Zoll kann die Einfuhr weiterer Waren von der nachtraeglichen Zulassung abhaengig machen. Unternehmen mit laufenden Importen sollten den Zulassungsantrag daher fruehzeitig und nicht erst kurz vor einer geplanten Einfuhr stellen.
Zwei Softwarekategorien sind relevant. Zoll- und Trade-Compliance-Software wie die Plattformen von AEB SE bildet die CBAM-Erklaerung direkt im Zollprozess ab und ist meist bereits an das deutsche ATLAS-System angebunden. Carbon-Accounting-Software mit CBAM-Modul, etwa der osapiens HUB for CBAM, kommt dagegen aus dem Emissionsbilanzierungs- und ESG-Reporting-Umfeld und verknuepft CBAM-Daten mit Scope-3-Berichten nach CSRD. Grosse internationale Anbieter wie Sphera bieten CBAM-Compliance oft als Baustein einer umfassenderen Nachhaltigkeits- und Lieferkettenplattform an. Die Wahl haengt davon ab, ob CBAM im Unternehmen primaer als Zollthema oder als Teil der ESG-Berichterstattung verortet ist.
Eingebettete Emissionen umfassen laut EU-Methodik die direkten Emissionen aus der Herstellung einer Ware sowie bei bestimmten Warengruppen zusaetzlich indirekte Emissionen aus dem Strombezug des Herstellungsprozesses. Grundlage sind entweder tatsaechliche, vom Hersteller im Drittland gelieferte Emissionsdaten oder, falls diese fehlen, EU-weite Standardwerte je Warengruppe. CBAM-Software automatisiert diesen Abgleich, indem sie Lieferantenfragebogen versendet, gelieferte Werte plausibilisiert und bei Datenluecken automatisch auf die von der EU-Kommission veroeffentlichten Referenzwerte zurueckgreift. Fuer Unternehmen mit vielen Lieferanten reduziert das den manuellen Abstimmungsaufwand erheblich.
Fuer kleinere Importeure mit wenigen Warenkategorien liegen schlanke CBAM-Modultools nach Marktbeobachtung 2026 haeufig zwischen 2.000 und 8.000 Euro pro Jahr. Mittelgrosse Importeure mit mehreren Zollagenten und ERP-Anbindung kalkulieren meist mit 8.000 bis 25.000 Euro jaehrlich, wenn eine vollstaendige Integration in Zoll- und Buchhaltungssysteme erfolgt. Grosskonzerne mit konzernweiter CBAM-Prozesssteuerung, mehreren Werken und komplexer Lieferkette bewegen sich haeufig oberhalb von 25.000 bis deutlich ueber 60.000 Euro pro Jahr, insbesondere wenn CBAM in eine umfassende ESG- oder Trade-Compliance-Suite eingebettet wird. Diese Bandbreiten sind eine Markteinschaetzung auf Basis oeffentlich verfuegbarer Anbieterinformationen 2026 und keine verbindlichen Listenpreise.
Eine direkte ATLAS-Anbindung ist nicht zwingend vorgeschrieben, erleichtert die Praxis aber erheblich, weil CBAM-relevante Zolltarifnummern und Einfuhrdaten dann automatisch aus laufenden Zollanmeldungen uebernommen werden koennen. Reine Zoll- und Aussenhandelsplattformen bieten diese Anbindung meist nativ, waehrend spezialisierte Carbon-Accounting-Tools mit CBAM-Modul haeufig auf manuellen oder CSV-basierten Datenimport aus dem Zollsystem angewiesen sind. Unternehmen mit hohem Importvolumen und vielen Einzelsendungen sollten die ATLAS-Integrationstiefe als zentrales Auswahlkriterium behandeln, um Doppelerfassung zu vermeiden.
Benoetigt werden in der Regel die vollstaendigen Importmengen je Warengruppe und Ursprungsland der letzten zwoelf Monate, die zugehoerigen Zolltarifnummern, Lieferantenkontakte fuer die Emissionsdatenerhebung sowie Angaben zu bestehenden CO2-Bepreisungssystemen im Ursprungsland, die auf die CBAM-Zertifikatspflicht angerechnet werden koennen. Zusaetzlich hilfreich sind bereits vorhandene Scope-3-Daten aus der Klimabilanzierung, da sich CBAM-Emissionsdaten und CSRD-Berichtsdaten inhaltlich ueberschneiden. Je vollstaendiger diese Datenbasis zu Projektbeginn ist, desto schneller laesst sich die Software produktiv setzen.
Die eigentliche finanzielle Zertifikatsabgabepflicht, bei der Importeure fuer die eingebetteten Emissionen ihrer Einfuhren zahlen, greift fuer das Importjahr 2026 erstmals im Jahr 2027, wenn die erste CBAM-Erklaerung faellig wird. Bis dahin steht 2026 vor allem die korrekte Erfassung, Zulassung und Berichterstattung der Emissionsdaten im Vordergrund, nicht die tatsaechliche Zahlung. Unternehmen sollten die Zertifikatskosten dennoch bereits 2026 modellieren, weil die im laufenden Jahr erfassten Emissionswerte direkt die Hoehe der 2027 faelligen Abgabe bestimmen.
CSRD-Reporting-Software (Corporate Sustainability Reporting Directive) deckt die unternehmensweite Nachhaltigkeitsberichterstattung nach den europaeischen ESRS-Standards ab, waehrend CBAM-Software sich ausschliesslich auf die eingebetteten Emissionen konkreter Wareneinfuhren aus bestimmten Sektoren konzentriert. In der Praxis ueberschneiden sich beide Themen bei den Scope-3-Emissionsdaten der Lieferkette, weshalb einige Anbieter wie osapiens beide Funktionen in einer gemeinsamen Plattform anbieten. Ein Unternehmen kann CBAM-pflichtig sein, ohne unter die CSRD-Berichtspflicht zu fallen, und umgekehrt, da die Schwellenwerte und Anwendungsbereiche beider Regelwerke unabhaengig voneinander definiert sind.
Ob Zoll-Compliance-Plattform oder Carbon-Accounting-Tool mit CBAM-Modul: Die richtige Wahl haengt von Warengruppen, Importvolumen und bestehender ESG-Softwarelandschaft ab. Verschaffen Sie sich zunaechst einen Ueberblick ueber die uebrigen ESG-Vorschriften 2026 und angrenzende Themen.