CDP-Berichtssoftware · Tools für die Klimadatenoffenlegung

CDP-Berichtssoftware 2026: Software für die CDP-Klimadatenoffenlegung im Überblick

CDP (vormals Carbon Disclosure Project) ist eine 2000 in London gegründete gemeinnützige Organisation, keine kommerzielle SaaS-Firma. CDP betreibt ein globales Offenlegungssystem für Klima-, Wasser- und Walddaten, über das 2026 mehr als 22.100 Unternehmen ihre Umweltdaten offenlegen (cdp.net/en/about, abgerufen September 2026). Da CDP selbst kein Reporting-Tool anbietet, nutzen viele Unternehmen eine separate Carbon-Accounting- oder ESG-Plattform, um Emissionsdaten für den Fragebogen aufzubereiten, insbesondere wenn dieselbe Datenbasis auch für CSRD, SBTi oder Kundenanfragen wie EcoVadis gebraucht wird.

Dieser Beitrag vergleicht fünf Plattformen mit CDP-Bezug: Normative, Sweep, Plan A sowie die bereits auf find-your-esg.de profilierten Anbieter Watershed und Persefoni. Details zu CDP selbst liefert das CDP Anbieterprofil, ein Methodikvergleich mit EcoVadis steht im Beitrag EcoVadis vs. CDP 2026.

CDP-Reporting Carbon Accounting Scope 1, 2 & 3 Stand Oktober 2026
22.100+
Unternehmen legen 2026 Umweltdaten über CDP offen (cdp.net/en/about, abgerufen September 2026)
45.000+
Lieferanten wurden 2025 von CDP-Mitgliedsunternehmen zur Offenlegung aufgefordert (cdp.net/en/supply-chain, abgerufen Oktober 2026)
D – A
Bewertungsskala, mit der CDP eingereichte Fragebögen durch akkreditierte Scoring-Partner auswertet
14.9.2026
Scoring-Frist des CDP-Zyklus 2026 für eine bewertbare Antwort (KPMG, CDP-Fristenübersicht 2026)
Marktkontext

Warum Unternehmen Software für CDP suchen

CDP selbst verkauft keine Software und verlangt vom antwortenden Unternehmen in der Regel keine Gebühr. Der Aufwand liegt in der Datenaufbereitung, nicht im Zugang zum Fragebogen.

Zwei typische Auslöser

  • Eine direkte Anfrage institutioneller Investoren über die CDP Capital-Markets-Signatories, die Klimadaten für Anlageentscheidungen einfordern.
  • Eine Aufforderung eines Großkunden mit CDP Supply-Chain-Mitgliedschaft: Je nach Mitgliedsstufe fragen Unternehmen Daten von bis zu 200 (Standard), 400 (Lead) oder mehr als 400 Lieferanten (Premium) ab (cdp.net/en/supply-chain, abgerufen Oktober 2026).
  • Eine freiwillige Offenlegung, um Investoren- oder Kundenanfragen zuvorzukommen und Scoring-Vorteile für künftige Zyklen aufzubauen.

Warum nicht einfach Excel?

  • Dieselbe Scope-1-3-Emissionsdatenbasis wird in der Praxis oft mehrfach gebraucht, etwa für CSRD/ESRS, SBTi-Zielpfade oder die Lieferantenanfrage eines anderen Großkunden über EcoVadis.
  • Carbon-Accounting-Plattformen pflegen hinterlegte Emissionsfaktoren-Datenbanken und automatisieren Berechnungen, die bei manueller Tabellenarbeit fehleranfällig sind.
  • Mit wachsender Zahl an Tochtergesellschaften, Standorten oder Tier-Lieferanten wird eine konsolidierte Datenbasis operativ kaum noch manuell pflegbar.

Für den CDP-Zyklus 2026 veröffentlicht CDP Fragebögen und Leitfäden in der Woche vom 20. April, die Scoring-Methodik folgt in der Woche vom 27. April. Das Antwortfenster öffnet in der Woche vom 15. Juni, die Scoring-Frist liegt in der Woche vom 14. September, und unbewertete Antworten sowie Korrekturen sind bis zur Woche vom 26. Oktober möglich (KPMG, „CDP releases 2026 questionnaires & deadlines", 2026).

Anbietervergleich

Fünf Plattformen mit CDP-Bezug im Überblick

Die folgende Tabelle vergleicht fünf Carbon-Accounting- und ESG-Plattformen, die laut eigenen Angaben Funktionen oder Vorlagen zur Unterstützung der CDP-Berichterstattung anbieten. CDP selbst ist dabei das Ziel der Offenlegung, kein Reporting-Tool, und taucht deshalb nicht als Zeile in diesem Vergleich auf.

AnbieterHerkunft / SitzSchwerpunktTypische EignungCDP-Bezug
NormativeStockholm
Stockholm, Schweden (gegründet 2014) Wissenschaftsbasierte Carbon-Accounting-Engine mit Lieferketten-Engagement-Modul; Produktbereiche umfassen auch SBTi, CSRD und CBAM Unternehmen, die eine durchgängige Emissionsdatenbasis für mehrere Frameworks parallel benötigen Nutzt laut Anbieterangaben die zugrunde liegende Emissionsdatenbank zur Beantwortung von CDP-Fragebögen
SweepParis
Paris, Frankreich (gegründet 2020) Kollaborative Carbon-Management-Plattform für Großunternehmen mit Scope-1-3-Tracking und Carbon-Marktplatz Konzerne mit komplexen, mehrstufigen Lieferketten und großen internen Reporting-Teams Bietet laut Anbieterangaben CDP- und SBTi-kompatible Reports; 73 Mio. US-Dollar Series-B-Finanzierung 2022 unter Führung von Coatue (Business Wire, April 2022)
Plan ABerlin
Berlin / Paris (gegründet 2017) SaaS-Plattform für Carbon Accounting, Dekarbonisierung und Reporting mit Zielsetzungs- und Maßnahmen-Tracking Mittelstand bis Großunternehmen in Europa mit Fokus auf Zielsetzung statt nur Datenerfassung Führt CDP als eines von mehreren abgedeckten Rahmenwerken; mehr als 1.500 Kunden und Partner (plana.earth, abgerufen Oktober 2026)
WatershedSan Francisco
San Francisco, USA (gegründet 2019) Spezialisierte Carbon-Accounting- und Klimaplattform mit Dashboards, Prognosemodellen und Reporting-Vorlagen International tätige Unternehmen mit hohem Automatisierungsanspruch an die Datenaufbereitung Bietet laut Anbieterangaben dedizierte CDP- und CSRD-Reporting-Vorlagen (siehe Watershed Anbieterprofil)
PersefoniTempe, Arizona
Tempe, Arizona, USA (gegründet 2020) Climate Management and Accounting Platform mit PCAF-Fokus für Finanzinstitute Finanzinstitute und Unternehmen mit zusätzlichem SEC- und ISSB-Bezug Automatisiert laut Anbieterangaben CDP-, SEC- und ISSB-Reporting aus einer gemeinsamen Datenbasis (siehe Persefoni Anbieterprofil)

Weitere Carbon-Accounting-Anbieter mit CDP-Bezug wie Emitwise, FigBytes und Ecometrica sind am Markt verfügbar, werden auf dieser Seite aber nicht vertieft, da für sie keine ausreichend belastbaren öffentlichen Einzelfakten zu Herkunft und Finanzierung vorlagen. Eine breitere Marktübersicht liefert die Seite Carbon-Accounting-Software von Find-Your-ESG.

Anbieterprofile

Normative, Sweep und Plan A im Detail

Zu den drei auf find-your-esg.de noch nicht eigenständig profilierten Anbietern aus der Vergleichstabelle: Herkunft, Produktschwerpunkt und öffentlich belegte Einzelfakten.

Carbon Accounting · Stockholm

Normative

Normative wurde 2014 in Stockholm von Kristian Rönn, Adam Wamai Egesa und Robin Undall-Behrend gegründet und bezeichnet sich selbst als eine der ersten Carbon-Accounting-Engines am Markt. Die Plattform deckt neben Scope-1-3-Carbon-Accounting auch ein Product-Carbon-Footprint-Tool, Lieferketten-Engagement sowie SBTi-, CSRD- und CBAM-Module ab und unterhält Niederlassungen in Kopenhagen und London (normative.io/about, abgerufen Oktober 2026). Das Unternehmen gibt mehr als 350 Kunden bei einem CSAT-Wert von 93 Prozent an.

Carbon Management · Paris

Sweep

Sweep wurde 2020 unter CEO und Mitgründerin Rachel Delacour gegründet und richtet sich mit seiner kollaborativen Carbon-Management-Plattform an Großunternehmen, die Emissionen über alle drei Scopes verfolgen und mit Lieferanten sowie Partnern teilen. Im April 2022 sammelte Sweep eine Series-B-Finanzierung von 73 Millionen US-Dollar unter Führung von Coatue ein, drei Monate nach einer 22-Millionen-Dollar-Series-A-Runde; weitere Investoren waren Tony Fadells Future Shape, Balderton Capital, New Wave, La Famiglia und 2050 (Business Wire, 4. April 2022). Die Plattform ergänzt Emissionstracking um einen Carbon-Marktplatz für Investitionen in Klimaschutzprojekte.

SaaS Carbon Accounting · Berlin

Plan A

Plan A wurde 2017 gegründet und betreibt Standorte in Berlin und Paris. Die SaaS-Plattform deckt Emissionsmessung, Datenerfassung, Carbon-Reporting, Maßnahmenplanung und Zielsetzung ab und listet CDP neben weiteren Rahmenwerken als unterstütztes Reporting-Format (plana.earth, abgerufen Oktober 2026). Das Unternehmen gibt mehr als 1.500 Kunden und Partner auf dem Weg zu Netto-Null an und wurde unter anderem von Lightspeed Venture Partners finanziert.

Entscheidungshilfe

Welche Software passt zu welcher CDP-Situation?

Die passende Plattform hängt weniger von CDP selbst ab als vom übrigen Berichtsumfang und der Komplexität der Lieferkette.

Erstmalige Anfrage

Erste CDP-Anfrage über einen Großkunden

Wer zum ersten Mal über eine CDP Supply-Chain-Mitgliedschaft eines Kunden zur Offenlegung aufgefordert wird und noch keine etablierte Emissionsbilanzierung hat, profitiert von einer Plattform mit geführtem Einstieg und hinterlegten Emissionsfaktoren, etwa Normative oder Plan A, statt sofort in eine komplexe Enterprise-Lösung zu investieren.

Mehrere Frameworks

CDP, CSRD und SBTi parallel bedienen

Unternehmen, die dieselbe Emissionsdatenbasis für CDP, CSRD/ESRS und SBTi-Zielpfade nutzen möchten, sollten auf Plattformen mit ausgewiesener Mehrfach-Framework-Unterstützung achten, etwa Normative, Watershed oder Persefoni, und im Auswahlprozess konkret nach dem Mapping zwischen den jeweiligen Fragenkatalogen fragen.

Lieferkettenkomplexität

Viele Tier-2- und Tier-3-Lieferanten

Großunternehmen mit mehrstufigen, internationalen Lieferketten und eigenem Supply-Chain-Reporting-Team finden bei Sweep einen Zuschnitt auf kollaborative Datenerfassung über viele Lieferanten und Partner hinweg, ergänzt um einen Carbon-Marktplatz für Kompensationsprojekte.

Budget & Teamgröße

Kleinerer Mittelstand mit punktuellem CDP-Bezug

Unternehmen mit überschaubarer Emissionsbilanz und nur gelegentlichem CDP-Bezug sollten prüfen, ob eine schlankere, zielsetzungsorientierte Lösung wie Plan A ausreicht, bevor sie in eine auf Großkonzerne zugeschnittene Enterprise-Plattform investieren. Ein anbieterneutraler Vergleich über das ESG-Software-Matching von Find-Your-ESG hilft bei der Einordnung.

FAQ

Häufige Fragen zur CDP-Berichtssoftware

Antworten zu CDP selbst, Pflicht, Kosten und zur Auswahl einer unterstützenden Software.

Was ist CDP genau, und ist es eine Software, die man kaufen kann?
CDP (vormals Carbon Disclosure Project) ist eine 2000 in London gegründete gemeinnützige Organisation, keine kommerzielle Software. CDP betreibt ein globales Fragebogensystem, über das Unternehmen Klima-, Wasser- und Walddaten offenlegen; die Auswertung erfolgt zu einer Bewertung von D bis A durch akkreditierte Scoring-Partner. Man kann CDP also nicht kaufen oder abonnieren, sondern füllt dessen Fragebogen aus. Die auf dieser Seite verglichenen Plattformen sind separate, kommerzielle Carbon-Accounting- und ESG-Tools, die Unternehmen bei der Datenaufbereitung für diesen Fragebogen unterstützen.
Ist eine CDP-Offenlegung für mein Unternehmen verpflichtend?
Eine CDP-Offenlegung ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz keine eigenständige gesetzliche Pflicht wie die CSRD. Sie wird meist durch zwei Auslöser ausgelöst: eine direkte Anfrage institutioneller Investoren (CDP Capital Markets Signatories) oder eine Aufforderung durch einen Großkunden, der CDP Supply-Chain-Mitglied ist und seine Lieferanten zur Offenlegung auffordert. 2026 fordern mehr als 200 Mitgliedsorganisationen auf diesem Weg Daten von über 45.000 Lieferanten an (cdp.net/en/supply-chain, abgerufen Oktober 2026).
Was kostet die Teilnahme an CDP für Unternehmen?
Das Ausfüllen des CDP-Fragebogens selbst ist für die meisten antwortenden Unternehmen kostenlos; CDP finanziert sich primär über Investoren- und Mitgliedsgebühren der anfragenden Organisationen. Kosten entstehen auf Seiten des antwortenden Unternehmens indirekt durch den internen Aufwand der Datenaufbereitung oder durch die Lizenzkosten einer Carbon-Accounting-Software, die diesen Prozess unterstützt. CDP selbst nennt auf seiner Website keine öffentlichen Preise für Supply-Chain-Mitgliedschaften und verweist Interessenten auf eine individuelle Anfrage (cdp.net/en/supply-chain, abgerufen Oktober 2026).
Brauche ich überhaupt eine separate Software, um einen CDP-Fragebogen zu beantworten?
Nicht zwingend: Kleinere Unternehmen mit überschaubarer Emissionsbilanz beantworten den CDP-Fragebogen teils manuell oder mit Tabellenkalkulationen. Eine dedizierte Carbon-Accounting-Software lohnt sich vor allem, wenn dieselbe Emissionsdatenbasis zusätzlich für CSRD, SBTi-Ziele oder weitere Kundenanfragen wie EcoVadis genutzt werden soll, oder wenn mehrere Tochtergesellschaften und Standorte konsolidiert werden müssen.
Was ist der Unterschied zwischen einer CDP-Offenlegung und einem EcoVadis-Rating?
CDP ist ein gemeinnütziges, primär investoren- und klimafokussiertes Offenlegungssystem mit Schwerpunkt auf Climate Change, Water Security und Forests. EcoVadis ist eine kommerzielle Lieferantenbewertungs-Plattform mit breiterem CSR-Scorecard-Ansatz über Umwelt, Arbeit und Menschenrechte, Ethik und Beschaffung hinweg. Ein ausführlicher Methodikvergleich beider Systeme steht im Beitrag EcoVadis vs. CDP 2026 zur Verfügung.
Welche Fristen gelten für die CDP-Offenlegung 2026?
Für den CDP-Zyklus 2026 werden die Fragebögen und Leitfäden in der Woche vom 20. April veröffentlicht, die Scoring-Methodik folgt in der Woche vom 27. April. Das Antwortfenster öffnet in der Woche vom 15. Juni, die Scoring-Frist für eine bewertbare Antwort liegt in der Woche vom 14. September, und unbewertete Antworten sowie Korrekturen sind bis zur Woche vom 26. Oktober möglich (KPMG, „CDP releases 2026 questionnaires & deadlines", 2026).
Kann dieselbe Software sowohl CDP als auch CSRD bedienen?
Mehrere der hier verglichenen Plattformen, darunter Watershed, Persefoni und Normative, bewerben laut eigenen Angaben eine gemeinsame Emissionsdatenbasis für CDP, CSRD/ESRS und teils SBTi oder CBAM. In der Praxis unterscheiden sich die Fragenkataloge von CDP und der CSRD jedoch strukturell, sodass auch bei gemeinsamer Datenbasis ein separates Mapping auf die jeweiligen Berichtsformate notwendig bleibt.
Wie wird die CDP-Bewertung (Scoring) berechnet?
CDP wertet eingereichte Fragebögen zusammen mit einem akkreditierten Scoring-Partner aus und vergibt eine Bewertung auf einer Skala von D (Disclosure) über C (Awareness) und B (Management) bis A (Leadership). Für 2026 ergänzt CDP die Climate-Change-Bewertung um Anpassungs- und Resilienz-Aspekte in bestehenden Abschnitten (KPMG, „CDP releases 2026 questionnaires & deadlines", 2026).
Was passiert, wenn ich eine CDP-Anfrage eines Großkunden ignoriere?
Eine CDP-Anfrage über das Supply-Chain-Programm ist rechtlich nicht sanktionsbewehrt, kann aber die Geschäftsbeziehung belasten: Viele Großkunden werten die Nichtantwort als Signal mangelnder Nachhaltigkeitstransparenz und berücksichtigen dies in Lieferantenbewertungen oder künftigen Vergabeentscheidungen. Eine unbeantwortete Anfrage wird von CDP öffentlich als „nicht offengelegt" vermerkt.

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