Für den DACH-Mittelstand ist EcoVadis vs. CDP selten eine akademische Frage. Beide Systeme gehören zu den wichtigsten ESG-Ratings und Nachhaltigkeitsbewertungen, mit denen sich mittelständische Zulieferer und Portfoliounternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz auseinandersetzen müssen, und zwar unabhängig davon, ob sie überhaupt unter die CSRD-Berichtspflicht fallen.
EcoVadis bewertet inzwischen mehr als 175.000 Unternehmen in über 180 Ländern (ecovadis.com, Stand Juni 2026) und wird fast immer von einem Kunden oder Einkaufsteam angestoßen. CDP dagegen wird meist von Investoren angefordert, allein 2025 unterzeichneten 640 Investoren mit zusammen 127 Billionen US Dollar verwaltetem Vermögen den "Letter to the Board" (CDP, "Keeping Pace" Disclosure Data Factsheet 2025, veröffentlicht 28. Januar 2026), oder von einem Großkunden über das CDP Supply Chain Programm. Der entscheidende Unterschied für die Kosten: Wer über die Lieferkette zu CDP eingeladen wird, zahlt in der Regel keine Gebühr, wer dagegen von einem Investor aufgefordert wird oder sich freiwillig meldet, zahlt 2026 eine Verwaltungsgebühr von 2.975 bis 7.200 Euro in Europa (CDP Help Center, Artikel KA-01037, und CDP FAQ, 2026). Diese Seite beantwortet konkret, wer bei Ihnen anfragt, was das kostet und ob Sie beide Systeme gleichzeitig brauchen, nicht als allgemeine Einführung in ESG-Ratings.
Drei Missverständnisse kosten Mittelstandsunternehmen regelmäßig Zeit und Geld: dass beide Ratings nur etwas für CSRD-pflichtige Konzerne sind, dass CDP wie EcoVadis grundsätzlich kostenpflichtig oder grundsätzlich kostenlos ist, und dass Daten für jedes System komplett neu erhoben werden müssen.
Weder EcoVadis noch CDP sind eine gesetzliche Berichtspflicht. Beide Anfragen sind kommerziell beziehungsweise investorengetrieben und können Unternehmen jeder Größe treffen, auch solche, die nach dem Omnibus-I-Paket (EU-Richtlinie 2026/470, in Kraft seit März 2026) vollständig außerhalb der CSRD-Schwelle von mehr als 1.000 Mitarbeitenden und mehr als 450 Millionen Euro Umsatz liegen.
Viele Unternehmen gehen davon aus, CDP sei wie eine NGO-Umfrage grundsätzlich gebührenfrei. Tatsächlich zahlen die meisten offenlegenden Unternehmen 2026 eine Verwaltungsgebühr, sobald die Anfrage von einem Investor kommt oder das Unternehmen sich freiwillig meldet (CDP Help Center, Artikel KA-01037). Nur wer ausschließlich über die Lieferkette angefragt wird, bleibt in der Regel gebührenfrei.
Treibhausgasinventare, Umweltpolicies und CSRD/ESRS- oder VSME-Berichte lassen sich für beide Fragebögen weitgehend wiederverwenden. Wer EcoVadis und CDP als getrennte Erhebungsprojekte behandelt, verdoppelt unnötig den internen Aufwand, statt eine gemeinsame Datenbasis zu pflegen.
Diese Seite vertieft gezielt die Entscheidung zwischen EcoVadis und CDP für Unternehmen, die bereits grob wissen, worum es bei ESG-Ratings geht, und konkret klären wollen, wer bei ihnen anfragt, was das kostet und ob beide Systeme nötig sind. Für eine vollständige Einordnung aller drei Rating-Systeme, inklusive ISS ESG und der Kontrastierung zu MSCI und Sustainalytics, siehe ESG-Ratings verstehen: EcoVadis, CDP und ISS im Überblick.
Die folgende Tabelle ist der Kern dieser Seite: fünf Kriterien, die für die Entscheidung zwischen EcoVadis und CDP tatsächlich den Ausschlag geben, allen voran der Kostentreiber.
| Merkmal | EcoVadis | CDP |
|---|---|---|
| Wer fragt an | Kunden- und Einkaufsteams | Investoren (Capital Markets Signatories) oder Kunden (Supply Chain Members), oder freiwillige Selbstmeldung |
| Pflicht oder freiwillig | vertraglich vom anfragenden Kunden verlangt, keine gesetzliche Pflicht | investorengetrieben faktisch marktüblich, lieferkettengetrieben kommerziell verlangt, keine gesetzliche Pflicht |
| Kostentreiber | Unternehmen zahlt Abo (Basic, Premium, Select oder Corporate), keine öffentliche Preisliste | kostenlos bei Anfrage über Supply Chain, Banks Program/Private Markets oder RE100; Verwaltungsgebühr (rund 2.975 bis 7.200 Euro in Europa) bei Investoren-Anfrage oder Selbstmeldung |
| Turnus | jährlich, Scorecard 12 Monate gültig | jährlich, fester Zyklus April bis Oktober |
| Bewertungsform | 0 bis 100 Punkte plus perzentilbasierte Medaillen, Bronze bis Platin | Buchstabenstufen, D minus bis A |
Quelle: EcoVadis Help Center, EcoVadis Ratings Methodology Whitepaper (22. Juli 2026), CDP Help Center (Artikel KA-01037), CDP FAQ und CDP Full Corporate Scoring Methodology 2025, jeweils Unternehmensangaben, Abruf 2026. Einzelne Ausprägungen können je Branche und Kundenanforderung variieren.
Drei durchgerechnete Musterfälle zeigen, wie sich die Entscheidungstabelle in echte Kosten übersetzt. Alle Beträge sind gerundet, netto und ersetzen kein individuelles Angebot der jeweiligen Anbieter.
Ein Zulieferer mit 300 Mitarbeitenden fällt in die EcoVadis-Größenklasse M (100 bis 999 Mitarbeitende) und wird von einem Großkunden zur Bewertung eingeladen.
Zusätzlich zur EcoVadis-Anfrage fordert nun ein Investor als Capital Markets Signatory dasselbe Unternehmen zur CDP-Offenlegung auf.
Ein anderes Unternehmen erhält keine Investorenanfrage, sondern wird nur von einem Großkunden über das CDP Supply Chain Programm zur Offenlegung eingeladen.
EcoVadis benennt offizielle Plannamen, aber keine öffentlichen Preise. CDP veröffentlicht dagegen feste Gebührentabellen nach Region. Die folgende Tabelle stellt beides mit Quellenangabe nebeneinander.
| System | Preisstufe | Betrag / Spanne | Quelle |
|---|---|---|---|
| EcoVadis Basic | Scorecard nur innerhalb des EcoVadis-Netzwerks sichtbar | individuelles Preistool, keine Liste | EcoVadis Help Center / ecovadis.com/plans-pricing, 2026 |
| EcoVadis Premium | unbegrenzte externe Freigabe der Scorecard | individuelles Preistool | EcoVadis Help Center / ecovadis.com/plans-pricing, 2026 |
| EcoVadis Select | wie Premium, zusätzlich priorisierte und vorbefüllte Assessments | individuelles Preistool | EcoVadis Help Center / ecovadis.com/plans-pricing, 2026 |
| EcoVadis Corporate | Multi-Entity-Management für mehrere Konzerngesellschaften | individuelles Preistool | EcoVadis Help Center / ecovadis.com/plans-pricing, 2026 |
| EcoVadis Carbon Rating | Zusatzmodul, nur auf Einladung buchbar | individuelles Preistool | EcoVadis Help Center, 2026 |
| EcoVadis nach Größenklasse | XS (bis 25 MA) bis XL (Angebot ab 10.000 MA) | 350 bis 410 € (XS) bis ab 10.000 € (XL) / Jahr | Growlity, Markteinschätzung, 4. Februar 2026 |
| CDP Europa | Verwaltungsgebühr Foundation / Enhanced | 2.975 € / 7.200 € zzgl. Steuer | CDP FAQ / srsreport.co.uk, aktualisiert 28. Juli 2026 |
| CDP Vereinigtes Königreich | Verwaltungsgebühr Foundation / Enhanced | £2.450 / £5.985 zzgl. Steuer | CDP FAQ / srsreport.co.uk, aktualisiert 28. Juli 2026 |
| CDP Nordamerika | Verwaltungsgebühr Foundation / Enhanced | $3.250 / $7.650 zzgl. Steuer | CDP FAQ / srsreport.co.uk, aktualisiert 28. Juli 2026 |
| CDP Japan | Verwaltungsgebühr Foundation / Enhanced | ¥325.000 / ¥775.000 zzgl. Steuer | CDP FAQ / srsreport.co.uk, aktualisiert 28. Juli 2026 |
| CDP Ausnahme von der Gebühr | Supply Chain Members, Banks Program/Private Markets, RE100; Städte, Bundesländer und Regionen immer | gebührenfrei | CDP Help Center, Artikel KA-01037 |
Die EcoVadis-Größenklassen sind eine Markteinschätzung aus Referenzprojekten von Growlity und keine offizielle EcoVadis-Preisliste. Die CDP-Gebühren sind offizielle, öffentlich einsehbare Tarife für den Berichtszyklus 2026, jeweils zzgl. der jeweils gültigen Steuer.
Diese Kurzporträts fokussieren bewusst auf die Vorbereitung, nicht auf die vollständige Methodik. Ein ausführliches Porträt beider Systeme liefert die Schwesterseite.
EcoVadis (Lieferketten-Nachhaltigkeitsplattform, gegründet 2007 in Paris, laut EcoVadis, Unternehmensangaben, 2026) bewertet Unternehmen in vier Themenblöcken, Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik und nachhaltige Beschaffung, mit insgesamt 21 Kriterien (EcoVadis Ratings Methodology Whitepaper, 22. Juli 2026). Wer die Einladung eines Kunden erhält, registriert sich, beantwortet den Online-Fragebogen und lädt bis zu 55 Nachweisdokumente hoch, etwa Zertifikate und Policies. EcoVadis-Analysten prüfen die Angaben zusätzlich über das "360° Watch" Monitoring, das mehr als 100.000 externe Quellen auswertet. Nach sechs bis acht Wochen liegt die Scorecard vor und wird automatisch an den anfragenden Kunden freigegeben (EcoVadis Help Center, 2026). Wichtigster Vorbereitungsschritt: bestehende Nachweise und Policies vor der Registrierung zusammentragen.
Vollständiges EcoVadis-Porträt ansehen
Falls Sie nach Alternativen zu EcoVadis selbst suchen: EcoVadis Alternativen 2026 im Vergleich ansehen
CDP (gemeinnützige Organisation mit Sitz in London, gegründet 2000, laut CDP, Unternehmensangaben, 2026) betreibt getrennte Fragebögen zu Climate Change, Water Security und Forests sowie einen vereinfachten SME-Fragebogen (CDP Full Corporate Scoring Methodology 2025). Bewertet wird auf einer Buchstabenskala von D minus bis A. Der Zyklus 2026 ist fest getaktet: Fragebögen erscheinen in der Woche vom 20. April, das Antwortfenster öffnet in der Woche vom 15. Juni, die Scoring-Frist liegt in der Woche vom 14. September und die finale Einreichung in der Woche vom 26. Oktober (KPMG-Zusammenfassung des CDP-2026-Release, 24. April 2026). Wichtigster Vorbereitungsschritt: klären, über welchen Kanal die Anfrage kam, denn davon hängt ab, ob eine Verwaltungsgebühr fällig wird.
Drei Fragen reichen meist, um die Richtung zu klären, bevor Sie ins Detail gehen.
Kommt die Anfrage aus dem Einkauf eines Kunden, geht es meist um EcoVadis. Kommt sie von einer Bank, einem institutionellen Investor oder über das CDP Supply Chain Programm eines Großkunden, geht es um CDP, und die Kostenfrage hängt genau davon ab, welcher der beiden CDP-Kanäle es ist.
Haben Sie sowohl Kunden im Einkauf als auch Investoren oder Banken, die Daten verlangen, ist die parallele Nutzung von EcoVadis und CDP laut mehreren Quellen zunehmend üblich, besonders bei größeren oder mittelständischen Zulieferern mit Investoren- und Kundenexposure. Eine verlässliche Prozentzahl dafür gibt es nicht.
Treibhausgasinventare im GHG-Protocol-Format, Umweltpolicies, ISO-14001-Dokumentation und öffentliche Berichte nach GRI, TCFD und CSRD/ESRS oder dem VSME-Standard bilden eine wiederverwendbare Datenbasis für beide Fragebögen, statt sie doppelt zu erheben.
Ein Punkt wird im Mittelstand häufig verwechselt: EcoVadis- und CDP-Anfragen haben nichts mit der gesetzlichen CSRD-Berichtspflicht zu tun, auch wenn beide Themen oft in denselben Gesprächen auftauchen.
Seit dem Omnibus-I-Paket (EU-Richtlinie 2026/470, in Kraft seit März 2026) gilt die CSRD nur noch für Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden und mehr als 450 Millionen Euro Umsatz. Viele mittelständische Zulieferer liegen damit vollständig außerhalb der gesetzlichen Berichtspflicht.
Weder EcoVadis noch CDP sind eine gesetzliche Reporting-Pflicht. Beide sind kommerzielle beziehungsweise investorengetriebene Anfragen, die ein Unternehmen jeder Größe treffen können, auch wenn es CSRD-technisch komplett außen vor bleibt.
Ohne CSRD-Pflicht heißt nicht ohne Konsequenz: Wer eine EcoVadis- oder CDP-Anfrage eines Großkunden oder Investors ignoriert, riskiert Auftrag oder Kapitalzugang. Der Druck kommt aus dem Markt, nicht aus dem Gesetzbuch, wirkt aber genauso verbindlich.
EcoVadis kostet als Abo immer etwas, unabhängig davon, wer anfragt. Bei CDP entscheidet dagegen ausschließlich der Anfragekanal darüber, ob überhaupt eine Gebühr anfällt.
| Kategorie | Kostentreiber | Spanne / Betrag | Quelle |
|---|---|---|---|
| EcoVadis-Abo nach Größenklasse | Unternehmen zahlt immer, unabhängig vom Auslöser | 350 € bis 10.000+ €/Jahr | Growlity, Markteinschätzung, 4. Februar 2026 |
| EcoVadis interner Aufwand Erstbewertung | Personalzeit statt Bargeld, oft höher gewichtet als die Gebühr | 50 bis 500+ Personenstunden | doubleyoursustainability.com, Markteinschätzung, 10. Juli 2026 |
| CDP über Supply Chain Programm | gebührenfrei | 0 € | CDP Help Center, Artikel KA-01037 |
| CDP über Capital Markets Signatory oder Selbstmeldung | Verwaltungsgebühr fällig | 2.975 bis 7.200 € (Europa), regional abweichend | CDP FAQ / srsreport.co.uk, aktualisiert 28. Juli 2026 |
| CDP über Banks Program/Private Markets oder RE100 | in der Regel gebührenfrei | 0 € | CDP FAQ, 2026 |
| Städte, Bundesländer und Regionen bei CDP | nie gebührenpflichtig | 0 € | CDP Help Center, Artikel KA-01037 |
Alle Beträge gerundet und netto. Die EcoVadis-Werte sind eine Markteinschätzung aus Referenzprojekten, die CDP-Gebühren sind öffentlich veröffentlichte Tarife 2026 zzgl. Steuer. Beide ersetzen kein individuelles Angebot der jeweiligen Anbieter.
Die operativen Schritte für EcoVadis und CDP ähneln sich, die Reihenfolge lohnt sich trotzdem konkret an der Entscheidung EcoVadis gegen CDP auszurichten.
Wer fragt an, ein Kunde oder ein Investor, und welches System ist gemeint? Zusätzlich prüfen, ob bei CDP eine Gebühr anfällt oder die Anfrage über die Lieferkette gebührenfrei ist.
Treibhausgasinventar im GHG-Protocol-Format, Umweltpolicies, ISO-14001-Nachweise und vorhandene GRI-, TCFD-, CSRD/ESRS- oder VSME-Berichte zusammenführen, statt sie neu zu erheben.
Einkauf, Nachhaltigkeitsteam und Investor Relations abstimmen, wer den EcoVadis-Fragebogen und wer den CDP-Fragebogen verantwortet.
EcoVadis- und CDP-Portale mit vorbereiteten Daten befüllen, bei EcoVadis bis zu 55 Nachweisdokumente, bei CDP je nach angefragtem Modul Climate, Water oder Forests.
Antworten gegenprüfen, insbesondere Scope 1, 2 und 3 Emissionsdaten, bevor sie eingereicht werden.
Rating einreichen und Turnus im Kalender festhalten: EcoVadis-Scorecard 12 Monate gültig, CDP fester Zyklus April bis Oktober jedes Jahr.
Selbstständig verständliche Antworten auf die Fragen, die bei der Entscheidung zwischen EcoVadis und CDP am häufigsten aufkommen.
Nein. Für die meisten Unternehmen, die 2026 bei CDP offenlegen, fällt eine Verwaltungsgebühr an. Kostenlos ist die Teilnahme nur, wenn die Anfrage über das CDP Supply Chain Programm, das Banks Program/Private Markets oder RE100 kommt. Wird ein Unternehmen dagegen von einem Capital Markets Signatory zur Offenlegung aufgefordert oder meldet es sich freiwillig, fällt eine Gebühr an, die 2026 in Europa zwischen 2.975 und 7.200 Euro zzgl. Steuer liegt (CDP Help Center, Artikel KA-01037, und CDP FAQ, 2026). Städte, Bundesländer und Regionen zahlen bei CDP grundsätzlich nie.
EcoVadis veröffentlicht keine feste Preisliste, die Kosten richten sich nach Unternehmensgröße, gewähltem Plan (Basic, Premium, Select oder Corporate) und Standort über ein individuelles Preistool (EcoVadis Help Center / ecovadis.com/plans-pricing, 2026). Als Markteinschätzung aus dem Markt nennt Growlity, 4. Februar 2026, Spannen von rund 350 bis 410 Euro pro Jahr für sehr kleine Unternehmen bis über 10.000 Euro für Konzerne mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden. Diese Werte ersetzen kein individuelles Angebot von EcoVadis.
Das hängt davon ab, wer bei Ihnen anfragt. Werden Sie sowohl von Kunden im Einkauf als auch von Investoren oder Banken angesprochen, ist die parallele Nutzung beider Systeme laut mehreren Quellen zunehmend üblich, insbesondere bei größeren oder mittelständischen Zulieferern mit Investoren- und Kundenexposure. Eine belastbare Prozentzahl dafür existiert nicht, und keine seriöse Quelle beziffert den genauen Anteil betroffener Unternehmen. Wer nur von einem Kunden zu EcoVadis eingeladen wird und keine Investorenanfrage erhält, benötigt in der Regel zunächst nur EcoVadis.
Ja, weitgehend. Treibhausgasinventare im GHG-Protocol-Format, Umweltpolicies, ISO-14001-Dokumentation sowie öffentliche Berichte nach GRI, TCFD und CSRD/ESRS oder dem VSME-Standard bilden eine wiederverwendbare Datenbasis für beide Fragebögen. Der Tanso-Blog, veröffentlicht am 22. Juli 2025 von Tabea Hosak, beschreibt ein Unternehmen, das seinen VSME-Nachhaltigkeitsbericht auf die EcoVadis-Anforderungen gemappt und den Score von 41 auf 69 verbessert hat, sowie ein weiteres Unternehmen (WEISS), das seinen VSME-Bericht als zentrale Grundlage für EcoVadis und CDP nutzt.
Nach einer Einschätzung von DQS Global, 11. Juni 2025, begegnen mittelständische Unternehmen EcoVadis in der Praxis meist zuerst, weil es aus gewöhnlichen Kundenbeziehungen im Einkauf entsteht. CDP kommt tendenziell später hinzu, ausgelöst durch Investorendruck oder das CDP-Lieferketten-Programm eines Großkunden. Dies ist ein richtungsweisendes, quellenbasiertes Muster und keine feste Statistik, da der tatsächliche Zeitpunkt je Unternehmen und Branche variiert.
Nein. Weder EcoVadis noch CDP sind eine gesetzliche Berichtspflicht. Die CSRD gilt seit dem Omnibus-I-Paket (EU-Richtlinie 2026/470, in Kraft seit März 2026) nur noch für Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden und mehr als 450 Millionen Euro Umsatz. EcoVadis- und CDP-Anfragen sind dagegen kommerziell beziehungsweise investorengetrieben und können Unternehmen jeder Größe treffen, auch solche, die vollständig außerhalb des CSRD-Anwendungsbereichs liegen.
Von der Einreichung des ausgefüllten Fragebogens bis zur veröffentlichten Scorecard vergehen laut EcoVadis Help Center üblicherweise sechs bis acht Wochen. Die Scorecard ist danach zwölf Monate gültig, für eine erneute Bewertung ist eine jährliche Neubewertung erforderlich.
Der CDP-Zyklus 2026 folgt einem festen Kalender: Die Fragebögen werden in der Woche vom 20. April veröffentlicht, das Antwortfenster öffnet in der Woche vom 15. Juni, die Scoring-Frist liegt in der Woche vom 14. September und die finale Einreichungsfrist in der Woche vom 26. Oktober 2026 (KPMG-Zusammenfassung des CDP-2026-Release, 24. April 2026).
CDP bewertet Fragebögen auf einer Skala von D minus bis A, wobei A die höchste Stufe ist (CDP Full Corporate Scoring Methodology 2025). EcoVadis vergibt eine Punktzahl von 0 bis 100 sowie perzentilbasierte Medaillen: Platin für die besten 1 Prozent, Gold für die besten 5 Prozent, Silber für die besten 15 Prozent und Bronze für die besten 35 Prozent der in den letzten 12 Monaten bewerteten Unternehmen, jeweils zusätzlich mit mindestens 30 von 100 Punkten in jedem der vier Themenblöcke (EcoVadis Help Center, 2026). Zusätzlich gibt es die Auszeichnungen Committed ab 45 Punkten und Fast Mover bei 34 bis 44 Punkten mit mindestens 6 Punkten Verbesserung innerhalb von 18 Monaten.
In der Regel nicht. Wird ein Unternehmen ausschließlich über das CDP Supply Chain Programm, das Banks Program/Private Markets oder RE100 zur Offenlegung eingeladen, fällt üblicherweise keine Verwaltungsgebühr an (CDP Help Center, Artikel KA-01037). Eine Gebühr wird erst fällig, wenn zusätzlich ein Capital Markets Signatory die Offenlegung anfordert oder sich das Unternehmen freiwillig selbst meldet.
Die Angaben zu EcoVadis und CDP auf dieser Seite basieren auf öffentlich zugänglichen Unternehmensangaben, offiziellen Gebührentabellen und Fachmedien, Stand 2026. Preis- und Aufwandsangaben ohne öffentliche Quelle sind ausdrücklich als "Markteinschätzung aus Referenzprojekten" gekennzeichnet und ersetzen kein individuelles Angebot der jeweiligen Anbieter. Alle Zahlenspannen sind gerundet und netto angegeben.
Nutzen Sie das neutrale Matching von find-your-esg.de, um ESG-Software zu finden, die EcoVadis- und CDP-Anfragen aus derselben Datenbasis bedient, statt beide Fragebögen getrennt zu erheben. Einen weiteren direkten Anbietervergleich aus dem CSRD-Bereich finden Sie im Beitrag Position Green vs. Envoria 2026.